HUBL GREINER – Vita ausführlich
Musiker / Komponist / Klangforscher / Produzent / Filmemacher / Fotokünstler
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Hubl bei einem Al-Jertiq Ritual im Sudan 2010
Als 13 jähriger beginnt Hubl 1968 autodidaktisch Schlagzeug und Bass zu spielen und gründet die Impro-Psychedelic-Rock-Band „Shikako Maru Ten“.
Mit 15 spürt er intuitiv, dass Musik mehr ist als bloße Unterhaltung. Anfang der 1970er-Jahre beginnt er, Alltagsgeräusche als selbstverständliche Bausteine in seine Kompositionen einzubeziehen und Klang als Ganzes zu erkunden. Auf der Suche nach unmittelbarem Ausdruck experimentiert er auf der Bühne unter anderem mit einer Bohrmaschine, mit der er seinen Bass bearbeitet und den Sound über einen Verstärker jagt, während seine Mitmusiker das Stück interpretieren.
1978 zieht es Hubl nach London, wo er mit den prägenden Köpfen der legendären Avantgarde-Rock-Band Henry Cow (Fred Frith, Chris Cutler und Tim Hodgkinson), in der Silverthorne Road lebt. Die Gruppe entwickelt seit den späten 1960er-Jahren einen Ansatz, der die Grenzen zwischen Rock, zeitgenössischer Musik und freier Improvisation auflöst. Sie arbeitet kollektiv und trifft musikalische Entscheidungen gemeinsam. Ihre Haltung steht für künstlerische Freiheit und gesellschaftliches Bewusstsein – als Gegenentwurf zu Starkult und rein kommerziellen Produktionsweisen, die wenig Raum für Innovation, Vielfalt und kritische Reflexion lassen. Die Londoner Zeit prägt Hubl nachhaltig.
Zurück in Deutschland gründet er zusammen mit Ludwig Schmid-Kemmeter die Neo-Jazzrock-Formation „allgäu“. Erste Tourneen führen durch Frankreich, die Schweiz, Österreich und Deutschland. Einige Monate später schließt er sich dem unabhängigen Musikernetzwerk „Schneeball“ an und beteiligt sich an deren gemeinsamen Projekten. Mehr zu: allgäu
Im selben Jahr beginnt er ein Studium an der Jazzschule München, das er knapp zwei Jahre später jedoch wieder abbricht. Die dogmatische Auffassung seiner Lehrer, Jazz und Klassik seien die einzigen legitimen Formen ernsthafter Musik, entspricht nicht seinen Vorstellungen.
Zur eigentlichen Schule werden für ihn die Begegnungen mit zahlreichen Musikerpersönlichkeiten aus der europäischen Rock-in-Opposition-Szene, der Kraut-Rock-Szene und dem unabhängigen Musikernetzwerk „Schneeball“. Darunter Musiker wie Christian Burchard – Pionier und Spiritus Rector des Krautrock und der interkulturellen Musik – oder Roman Bunka, Edgar Hofmann (Embryo), Mani Neumeier, Roland Schaeffer (Guru Guru), Uwe von Trotha (Checkpoint Charlie), Chris Karrer (Amon Düül II), Ferdinand Richard (Etron Fou Leloublan), Ken Hyder, Gendos Chamzyryn, Tim Hodgkinson (K-Space) oder Nikel Pallat (Ton Steine Scherben). Mehr zu: Begegnungen
Ebenso prägend ist die enge Zusammenarbeit mit Yoruba‑Trommlern aus Nigeria, Hip‑Hop‑Künstlern aus den USA, Musikerinnen aus dem asiatischen, afrikanischen und arabischen Kulturraum, Underground‑Musikern aus dem früheren Ostblock, indigenen Musiker*innen (Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams) aus Nordamerika, den unverwechselbaren Künstlern Rupert Volz, Franz Dobler, Christof Dienz und Ludwig Schmid-Kemmeter, der einzigartigen Iva Bittová, dem sudanesischen Sufi Mohamed Badawi, dem mongolischen Untertonsänger Dagvan Ganpurev, dem legendären südindischen Tavil‑Meister Paramashivam Pillai sowie der charismatischen, schamanischen Sängerin Stepanida Borisova aus Sibirien.
„…probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.“
Ear Magazine, New York (1989)
TOURNEEN / VERÖFFENTLICHUNGEN
Hubl tourt seit Ende der 1970er Jahren als Musiker durch West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Japan, Russland, Sudan, Ägypten, Libanon, Kuba, Island, Estland.
Highlights: Victoriaville Festival (Kanada), MIMI Festival (Frankreich), Interweek Novosibirsk Festival (Sibirien), Festival „Berlin in Moskau“ (Russland), Dynamo-Stadion Moskau (Live-TV), Al Bustan Festival (Beirut), Jazzfestival „Dom Omladine Beograda“ (Serbien), Jazzfestival Berlin, Festival da Liberdade (Rio de Janeiro), Ferienkurse für Neue Musik (Darmstadt), Jazzhausfestival Köln, Klaaspärlimäng Festival Tartu (Estland), Jazz & The City Salzburg, Jazzfestival Barcelona (Spanien), Tourneen in Europa, Brasilien, Russland, Japan, ČSSR…
Er wirkt an rund 65 LP- und CD-Veröffentlichungen als Musiker, Komponist und Produzent mit und wird zweimal zur „documenta“ in Kassel eingeladen. Als Regisseur veröffentlicht er bisher 11 Dokumentarfilme sowie zahlreiche Reportagen und Porträts.
AUSZEICHNUNGEN
Hubl wird international als Musiker, Produzent und Filmemacher ausgezeichnet, unter anderem mit zwölf Schallplattenpreisen, als „Musiker des Jahres“ (ČSSR 1989), dem Award „Selection Swiss Radio International“ (2000), einer Nominierung für den Amadeus Austrian Music Award (FM4 Wien, 2006), dem Emil-Berlanda-Preis oder dem Pasticcio-Preis für die herausragendste CD-Produktion (ORF, 2006). Mit seinem Album „TranceSiberia“ erreicht er 2002 Platz 3 in den World Music Charts Europe.
SCHÄGGI BÄDSCH (1980-1984)
1980 schließt sich Hubl der Polit-Rock-Band Schäggi Bädsch an und zieht nach Karlsruhe. Die Band experimentiert nicht nur musikalisch, sondern sucht auch im Alltag nach neuen Formen des Zusammenlebens. Schäggi Bädsch ist Teil einer breiten Gegenkultur, die konventionelle Werte ablehnt und einen gesellschaftlichen Wandel fordert. Die Band unterstützt Umweltkampagnen wie „Rettet den Rhein“, bei der sie gemeinsam mit Wissenschaftlern auf dem Frachtsegler „Avontuurer“ von Basel bis Rotterdam reist, um auf die Verschmutzung des Flusses aufmerksam zu machen.
Mit dem Einstieg von Hubl, der Saxofonistin Ulrike Schimpf und dem Gitarristen Wilfried Sahm (Ex-Checkpoint Charlie) erweitert sich das Klangspektrum der Band mit Einflüssen aus Jazz, Neuer Musik und außereuropäischen Traditionen.
Studio | Label
1983 kauft Hubl mit den Mitteln einer staatlichen Förderung ein altes Hotel in der Pfalz und baut das Restaurant sowie die Großküche mit Hilfe von Freunden zum „Tonstudio Glashütte“ um. Dort beginnt er mit der Produktion erster Bands und entwickelt eigene Klangkunstprojekte. Das zentrale Projekt aus der Glashüttenschmiede wird die Band THE BLECH.
Im gleichen Jahr gründet er den Musikverlag „Hubl Enterprises“ sowie gemeinsam mit Richy Richter das Label „HEUTE music productions“. 1988 folgt die Fusion mit dem Konstanzer Tonstudio „Klang & Hammer“.
THE BLECH (1985-1996)
1985 gründet Hubl gemeinsam mit Rupert Volz die Band THE BLECH – ein Projekt, das sich von Beginn an jeder eindeutigen Verortung entzieht und „Skrupelloses Entertainment“ nicht nur als Provokation, sondern auch als programmatische Haltung versteht.
THE BLECH ist kein Genre, sondern ein Störfall im System – ein musikalisches Chamäleon mit Lust an der Eskalation. Zwischen moshpit-tauglichem Punk und der filigranen Ästhetik der Neuen Musik zerlegen sie stilistische Gewissheiten und setzen sie in Echtzeit neu zusammen. Ihre Konzerttätigkeit dokumentiert diese radikale Durchlässigkeit. Über elf Jahre hinweg tourt die Band durch Asien, Nord- und Südamerika, Europa und die ehemaligen Ostblockstaaten. Zweimal wird sie zur documenta nach Kassel eingeladen, sie spielt auf Rock- und Popfestivals neben Nina Hagen oder Chaka Khan, teilt sich auf Punkfestivals die Bühne mit Henry Rollins oder Einstürzende Neubauten sowie auf Jazzfestivals mit Cecil Taylor oder Herbie Hancock. Auf Avantgarde- und Neue-Musik-Festivals steht sie in direkter Präsenz mit Fred Frith, John Zorn, Helmut Lachenmann oder Mauricio Kagel.
Mit sechs Veröffentlichungen entsteht ein eigenständiger musikalischer Kosmos, der sich aus Brecht- und Weill-Fragmenten, arabischen Einflüssen, Dada, Jazz, Punk und Neuer Musik zusammensetzt. THE BLECH arbeitet mit Überlagerungen, Brüchen und bewusst gesetzten Irritationen. Die Stücke sind getragen von skurrilen, eigensinnigen Texten, die zugleich spielerisch und abgründig wirken, und von einem Gesang, der den Raum wie ein Muezzin durchdringt und den Operettenstars das Fürchten lehrt.
Neben ihren Tonträgern präsentieren THE BLECH ebenso radikale Videoclips und skrupellose Live-Shows. Die Konzerte entwickeln sich zu unberechenbaren Verdichtungen von Klang, Aktion und physischer Präsenz. Der Bühnenraum wird zum Schauplatz unmittelbarer Auseinandersetzung, in dem sich Energie entlädt und Wahrnehmung verschiebt. Zwischen Ekstase und Kontrollverlust entstehen Situationen, die sich jeder Wiederholbarkeit entziehen.
Die Tonträger der Band werden von den Labels HEUTE music prod., Columbia Japan, Jaro Medien GmbH, Traumton Berlin, Trikont, What´s so funny about, In-Poly-Sons, Frankreich, Independance, Supporti Fonografici Italien, Rough Trade und Macadam Mambo 17 veröffentlicht.
THE BLECH & Neue Musik
Der Auftritt von THE BLECH bei den 34. Internationalen Ferienkursen für Neue Musik im Jahr 1988 markiert einen radikalen Wendepunkt in der Geschichte des Festivals. Unter der Leitung von Friedrich Hommel, der den traditionell akademischen „Elfenbeinturm“ der Neuen Musik für populäre Strömungen öffnen will, tritt mit THE BLECH die erste Rockformation in diesem hochgradig spezialisierten Umfeld auf.
Die Besetzung besteht aus den Kernmitgliedern Hubl Greiner (Schlagzeug, Metalle, Sampler), Rupert Volz (Gesang, Gitarre), Therofal Rödelberger (Bass) und Helmut Bieler-Wendt (Bariton-Violektra, Knackfrösche).
Das künstlerische Konzept von „Narrncartan mit Peripetie oder ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben des großen Gurglers“ zielt auf bewusste Grenzüberschreitung: Die Band verschmilzt die eruptive Energie von Rock und Punk mit komplexen kompositorischen Strukturen (Joachim Krebs), freier Improvisation, multimedialen Elementen und performativen Beiträgen von Uwe von Trotha (Sprache, hypermoderner Ausdruckstanz, Unterwasser-Performance).
Die Reaktionen des Fachpublikums in Darmstadt sind gespalten und reichen von euphorischer Zustimmung bis hin zu scharfer Ablehnung. Für Teile des konservativen Publikums und der Dozenten ist die Lautstärke und die „Physis“ der Band ein Schock. Es wird als Provokation gegen den akademischen Purismus empfunden. Jüngere Zuhörer hingegen feiern den Auftritt als dringend notwendige Vitalisierung und Befreiung von erstarrten Dogmen.
Trotz oder gerade wegen dieser Kontroversen gilt das Konzert heute als historisches Ereignis, das den Weg für die spätere Integration von Elektronik und experimenteller Popkultur in den Kanon der zeitgenössischen Musik ebnet.
THE BLECH – letzte Tournee
1996 geht die Band ein letztes Mal auf Tournee nach Russland und Sibirien, begleitet von mehreren Fernsehauftritten, darunter ein Talkshow-Auftritt bei Artemy Troitsky sowie Liveübertragungen im russischen Fernsehen. Die Reise erreicht ihren Höhepunkt mit einem Konzert im Moskauer Fußballstadion vor rund 40.000 Besucherinnen, das landesweit im Fernsehen übertragen wird und etwa 25 Millionen Zuschauerinnen an den Bildschirmen erreicht.
Hubl Greiner & Rupert Volz, 1989
HULU PROJECT (1997-2007)
1997 gründet Hubl gemeinsam mit dem italienischen Gitarristen, Komponisten und visuellen Künstler Luigi Archetti das HULU PROJECT – ein offenes Duo, das sich nicht als feste Formation versteht, sondern als bewegliches System. In Zusammenarbeit mit wechselnden Gastmusiker*innen entstehen Arbeiten, die weniger einem Stil folgen als vielmehr unterschiedliche Klangräume erkunden und miteinander verschränken.
Chat (GECO/Warner/Chappell, 2000)
2000 veröffentlich das Projekt mit dem Trip-Hop-Minialbum Chat fünf reduzierte, atmosphärisch dichte Tracks, die in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sängerin Lisa Cash und dem belgischen Komponisten und Pianisten Eric Babak entstehen.
Cubic Yellow (Captain Trip Records Japan, CCn’C Records, 2001)
Auf Cubic Yellow geht das Duo gemeinsam mit dem Pionier der elektronischen Musik Dieter Moebius einer synästhetischen Frage nach: Kann man Farbe hörbar machen? Das Album wird zunächst von Captain Trip Records in Japan veröffentlicht sowie 2001 von CCn’C Records als Digital-Release. Das Werk wird vom Schweizer Radio DRS mit der „Selection Swiss Radio International“ ausgezeichnet.
TranceSiberia (CCn’C Records, 2001)
Mit TranceSiberia wird die Begegnung mit der jakutischen Sängerin Stepanida Borisova zum Ausgangspunkt einer weiteren Verdichtung. Der Gesang von Stepanida ist ein schamanistisches Ritual, das in ihrer Heimat Sakha noch heute praktiziert wird und in sehr alte Zeiten zurückführt. Die Ursprünge ihrer Musik reichen bis etwa 3000 v. Chr. zurück. Sie steht in Verbindung mit der Sanskrit-Musik aus Indien und gilt als eine der ältesten überlieferten musikalischen Ausdrucksformen der Menschheit. Die Lieder von Stepanida Borisova treffen in einer respektvollen Art auf die experimentellen Grooves der zeitgenössischen Laptop-Szene sowie auf westlich geprägte Klangvorstellungen und urbane, gegenwärtige Strukturen. Das Album wird vielfach ausgezeichnet und erreicht Platz 3 der World Music Charts Europe.
INEMURI (CCn’C Records, 2007)
2007 richtet sich der Blick mit Inemuri auf ein japanisches Alltagsphänomen: das Schlafen in der Öffentlichkeit. Ausgehend von diesem Zustand zwischen Wachsein und Traum entwickelt das Duo eine musikalische Annäherung an jene unscharfen Zonen, in denen sich Innen- und Außenwelt, Privatheit und Öffentlichkeit überlagern. Das Album ist als Digital-Release erhältlich.
MU 無 (seit 2019)
2019 veröffentlicht Hubl das Album MU 無 – Moon Dance – ein Soloprojekt, das durch Gastmusiker erweitert wird. Die Aufnahmen für das Album finden im Tonstudio ohne vorherige Proben statt. Während die Musiker Hubls Kompositionen und Tongemische zum ersten Mal hören, läuft bereits die Aufnahme. Es gibt keine Wiederholungen, keine Overdubs – verwendet wird ausschließlich der „First Take“. Beteiligt sind unter anderem Rupert Volz (Vocals, Harmonium), Paul Amrod (Piano), Klaus Bru, London (C-Melodie-Sax) sowie Sandip Chatterjee, Kalkutta (Santoor) und Mehrzad Azamikia, Isfahan (Kemençe).
Moon Dance entsteht aus dem Wunsch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es sind Klänge für die wahre Ruhe, Klänge die entschleunigen, das Nichts beschwören. Gleichzeitig ist das Album ein Statement gegen menschlichen Hochmut, Profitgier und Verantwortungslosigkeit, gegen die Zerstörung unseres Planeten und die Nichtachtung anderer. Moon Dance ist ein Protest in Form von Klängen, weil die Musik genau das tut, was uns von skrupellosen Ganoven unterscheidet: sie nimmt sich zurück, drängt sich nicht auf, erteilt keine Lektion – sie respektiert ein Miteinander und hält ansonsten das Maul.
„Man sollte diese CD als tägliche Medizin verschreiben!“ Petra Rieß, NDR Kultur, 2020
FRAU.BACH (seit 2015)
Seit 2015 ist Hubl Mitglied des Künstlerkollektivs FRAU.BACH, zusammen mit der Schauspielerin und Sängerin Silvia Pfändner (Leipzig) und dem Gitarristen und Medienkünstler Thomas Maos (Tübingen).
FRAU.BACH verweben Musik, Film, Performance und persönliche Geschichten über Tod, Herkunft oder Identität. Sie wagen einen neuen, unerwarteten Blick auf die Musik Johann Sebastian Bachs oder widmen sich radikalen Klangexperimenten und non-algorithmischen Klängen.
Ihr neuestes Projekt ist eine Zeitreise zu den Klängen der Kindheit, in der ihre Erinnerungen zu sinnlich erfahrbaren Klanglandschaften werden – zwischen Rembetiko, Blues und Elektro.
Hubl Greiner, Silvia Pfändner & Thomas Maos, 2023
Zusammenarbeit mit CHRISTOF DIENZ (1992-2009)
Hubl produziert drei Alben für den Musiker und Komponisten Christof Dienz – einen Grenzgänger, der sich zwischen den Systemen bewegt. Volksmusik ist für ihn Herkunft, Jazz ein offenes Versuchsfeld und die Neue Musik ein weiterer Aggregatzustand seines Denkens. Dass Formationen wie das Klangforum Wien, Phace oder das ORF Radio-Symphonieorchester Wien seine Werke aufführen, ist die logische Konsequenz einer Musik, die sich jeder Einordnung entzieht und daraus ihre Präzision ableitet. Von 2022 bis 2025 ist er zudem künstlerischer Leiter der Klangspuren Schwaz, einem renommierten Festival für neue Musik in Tirol.
KNOEDEL (RecRec 1992)
Das Tiroler Neo-Volksmusik-Oktett „Knoedel“ wird 1991 von Christof Dienz gegründet. 1992 produziert Hubl ihr erstes Album Verkochte Tiroler. Die Band macht daraufhin international Furore und spielt in Clubs, Konzerthallen und auf Festivals in Europa, Kanada, den USA, Japan, Tuva und Mexiko. Das Ensemble gilt als Pionier der sogenannten „Neuen Volksmusik“. Mit ihrem radikal eigenständigen Umgang mit traditionellen Formen prägen sie zahlreiche Musiker, die sich der Erneuerung und Weiterentwicklung von Volksmusik widmen. Das Album wird international vielfach ausgezeichnet.
DIENZ ZITHERED (GECO, 2006)
Auf dem Album DIENZ ZITHERED wird der traditionelle Klang der Zither neu gedacht und zu einer eigenständigen, zeitgenössischen Klangsprache erweitert. Durch den Einsatz von Objekten, Loops und erweiterten Spieltechniken entstehen akustische Klangräume, die stark an elektronische Musik erinnern. Das Ausgangsmaterial wird zudem von internationalen Musiker*innen aus unterschiedlichen Szenen neu interpretiert und remixt, wodurch ein vielschichtiges Werk zwischen Neuer Musik, Clubästhetik und Improvisation entsteht. Die internationale Presse reagiert euphorisch: „Christof Dienz wird als Genie auf der Zither in die Annalen der Musik eingehen“. Das Album wird vielfach ausgezeichnet. Hubl produziert das Album und steuert einen Remix bei.
Dienz Mixed Ensemble (GECO, 2009)
Auf einer Reise durch Mali und Senegal sammelt Christof persönliche akustische Eindrücke auf einem digitalen Speichermedium – fliegende Hunde, Sprache, Autos, Kinderstimmen, Bienenschwärme… Aus dem Material kreirt er acht atmosphärisch dichte, jazzige Stücke für durchmischtes Ensemble (Streicher, Bläser, Schlagzeug, Zither, Kontrabass, E-Bass und Laptop). Das Album „Mon Afrique de L’Ouest“ entsteht in Zusammenarbeit mit Hubl und dem Orf – Radiokulturhaus Wien.
Zusammenarbeit mit MOHAMED BADAWI (seit 2006)
Für die Aufnahmen zu dem Album Nosybé (Enja Records) reisen Mohamed und Hubl 2008 in ein Land, das unter einer Militärdiktatur leidet, in dem der Präsident durch einen Putsch an die Macht kommt und repressiv nach einer islamisch-fundamentalistischen Haltung regiert. Gewalt, wirtschaftliche Instabilität und eine prekäre humanitäre Lage prägen den Alltag. Menschenrechte, Meinungs- und Redefreiheit haben keine Bedeutung. Mohamed schreibt seit Jahren kritische Kolumnen für sudanesische Medien. Dabei geht es um Themen wie politische Dekadenz, Demokratie, Beschneidung und Zwangsheirat von minderjährigen Mädchen. Er gerät ins Visier des Geheimdienstes. Mohamed und Hubl werden überwacht, von den Behörden schikaniert und kurzzeitig inhaftiert.
Das Leben in Mohameds sudanesischer Familie und die Arbeit an diesem Album zählen für Hubl zu den prägendsten Erfahrungen überhaupt. Die Musik, die sie geschaffen haben, ist weit mehr als nur ein künstlerischer Ausdruck; sie ist ein Akt der Hoffnung und des Widerstands angesichts von Krieg, Armut, Angst und Unterdrückung.
An dem Album sind auch Roman Bunka, Shirley Anne Hofmann u.a. beteiligt.
Hubl mit Sufi-Musikern im Sudan, 2010
THE DJ HÖRSPIEL ENSEMBLE (2003-2006)
Als tüftelnder Klangforscher entwickelt Hubl Greiner immer wieder eigene Samples, untersucht akustische Materialien und horcht in alles hinein, was klingt. Klang wird dabei nicht als fertiges Medium verstanden, sondern als offenes Feld, das permanent befragt und neu zusammengesetzt wird. Besonders deutlich wird diese Haltung in den Live-Hörspielen des THE DJ HÖRSPIEL ENSEMBLES, die gemeinsam mit dem Schriftsteller Franz Dobler entstehen und die Grenzen zwischen Literatur, DJ-Kultur und Hörspiel verschieben.
Während Dobler improvisierend erzählt, liest und literarische Fragmente einstreut, kreirt Hubl mit Plattenspielern und Laptop dichte Soundcollagen. Es ensteht eine Mischung aus kindlicher Neugier und professioneller Präzision, aus Forscherdrang und künstlerischem Mut.
Einer der Leitfäden, der sich durch das akustische Spektakel zieht, ist das Buch Das große Umlegen von Dashiell Hammett – gelesen von Katharina Thalbach. Dobler und Greiner setzen daraus Passagen ein – modulieren und zerhacken die Stimme und verwandeln die Sprachfetzen in einen akustischen Krimi, der mit Klängen erzählt wird. Es ist kein 10-Personen-Dialog mit an- oder abfahrenden Autos, zuschlagenden Türen oder tropfenden Wasserhähnen. Es ist etwas ohne Handlungsablauf, wo kosmische Ereignisse hörbar gemacht werden. Etwas, was es real gar nicht gibt.
Tournee mit DJ BOBO (2019)
Erst lehnt Hubl das Angebot ab, sagt dann aber doch zu – aus Neugier. Sechs Wochen unterwegs mit dem perfekt geölten Apparat des Mainstreams. Eine Parallelwelt mit eigenen Gesetzen. In Gesprächen mit DJ BoBo geht es natürlich um Musik, um deren Bewertung und deren Vermarktung. Eine der ernüchternderen Erkenntnisse: Qualität wird nicht gehört, sie wird gezählt. Volle Halle = gut. Leere Halle = schlecht. So einfach, so wirksam.
Ein Konzert beginnt mit der Masse. Mit dem Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst. Menschen orientieren sich an der Entscheidung anderer – besonders dort, wo sie sich kein eigenes Urteil zutrauen. Wahrnehmung ist kein neutraler Raum, sie wird mitgestaltet von der stillen Übereinkunft, dass das, was viele sehen wollen, gesehen werden muss.
Eine Halle wird deshalb nicht einfach bespielt – sie wird inszeniert. Lange bevor der erste Ton erklingt. Aus marketingtechnischen Gründen wird der Raum so eingerichtet, dass er nach „Erfolg“ aussieht. Die Bühne wird nach vorne gezogen, wenn der Vorverkauf schwächelt. Tribünen werden abgehängt, Sektoren geschlossen, Vorhänge eingezogen. Aus 12.000 möglichen Plätzen werden 10.000 „ausverkaufte“.
Und dann die andere Seite. Kleine Räume. Halbleer. Hubl hat oft und gerne in solchen Situationen gespielt. Konzerte, bei denen man jeden Atemzug hört. Keine Masse, keine Verdichtung, kein künstlich erzeugter Bedeutungsrahmen. Und trotzdem passiert dort etwas, das sich nicht skalieren lässt – kleine, leise Verschiebungen, die Menschen tief berührt nach Hause gehen lassen.
Vielleicht ist das der eigentliche Bruch:
Das eine System misst Wirkung in Fläche.
Das andere in Tiefe.
Und beide nennen es Musik.
Iva Bittová (1988)
Iva Bittová wächst in der ehemaligen ČSSR auf. Die politischen Verhältnisse erschweren ihr zunächst den Zugang zu einer künstlerischen Karriere im Westen, weil Konzertreisen nur mit offizieller Genehmigung möglich sind.
Nach längerem Bemühen gelingt es Hubl, über die Künstleragentur „Prago Concert“ eine Erlaubnis für drei Konzerte in Deutschland zu organisieren. Damit ermöglicht er Iva Bittová ihre ersten Auftritte im Westen.
Während dieser kleinen Tour produziert Hubl Greiner 1988 in seinem Studio das Album Svatba, das 1987 bei Review Records erscheint. Es ist die erste Schallplattenveröffentlichung der Sängerin im Westen. Durch Hubls Initiative entsteht der Kontakt zu Fred Frith, der Ausgangspunkt einer langjährigen künstlerischen Zusammenarbeit wird. Ihr Wirken ist unter anderem im Film Step Across The Border von Nicolas Humbert und Werner Penzel über Fred Frith dokumentiert. Der Film zählt zu den wichtigsten Musikfilmen der Kinogeschichte.
Iva Bittová ist heute eine international bekannte Musikerpersönlichkeit. Sie arbeitet mit renommierten Musikern wie dem Kronos Quartet, Marc Ribot, Bobby McFerrin, George Mraz oder Bill Frisell zusammen. Fred Frith widmet ihr 1990 das Streichquartett Lelekovice.
Neben ihrer musikalischen Tätigkeit ist Iva Bittová auch als Schauspielerin aktiv. 2003 übernimmt sie unter anderem die Rolle der Zena im preisgekrönten Film Želary, der 2004 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert ist.
Hubl und Iva Bittová, 2018
EMBRYO (1985-2022)
Seit über 50 Jahren zählt Embryo zu den interessantesten und vielseitigsten Bands Europas. Seit ihrer Gründung 1969 tourt die Gruppe weltweit und spielt mit Künstlern wie Fela Kuti, Ravi Shankar, Trilok Gurtu, Charlie Mariano und Mal Waldron. 1970 tritt Embryo beim Fehmarn-Festival direkt nach Jimi Hendrix auf und gründet gemeinsam mit Ton Steine Scherben und Rio Reiser ein eigenes Musiklabel. Embryo gelten als Pioniere der Weltmusik. Hubl arbeitet viele Jahre mit Embryo-Musikern zusammen – vor allem mit Roman Bunka, Christian Burchard und Edgar Hofmann. Dokumentiert ist die Zusammenarbeit auf mehreren CD-Produktionen, der Schneeball-Oper und zahlreichen Live-Projekten. Mehr zu: Kooperationen
KONZERTE mit indigenen Musiker*innen aus den USA (seit 2004)
Durch die enge Zusammenarbeit mit Gunter Lange und dem INDIGEN: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL entstehen immer wieder spontane Ad-hoc-Konzerte mit indigenen Musiker*innen aus den USA und Kanada.
2018 steht Hubl gemeinsam mit Raye Zaragoza, Kholan Studi (Los Angeles) und Goodshield Aguilar (South Dakota) auf der Bühne, deren Arbeiten zwischen politischem Bewusstsein und persönlicher Erzählung stehen.
Raye Zaragoza ist in Manhattan aufgewachsen und zieht im Alter von vierzehn Jahren nach Los Angeles. Sie hat japanische, mexikanische und O’odham-Wurzeln. Ihre Urgroßmutter wurde als kleines Kind aus ihrem Stamm adoptiert, von einer weißen Frau aufgezogen und zur Assimilation gezwungen. Ihr Song „In The River“ wurde bei den Global Music Awards 2017 mit dem Heretic Award für Protest-/Aktivismusmusik und bei den Honesty Oscars mit dem Preis für den besten Song ausgezeichnet.
Kholan Studi tritt als Musiker und Schauspieler in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Wes Studi (Der letzte Mohikaner, Avatar, Der mit dem Wolf tanzt, Geronimo). Er ist Mitglied der Cherokee-Nation.
Good Shield Aguilar ist Musiker und Aktivist. Seine Wurzeln liegen bei den Oglala-Lakota und den Pascua Yaqui.
2016 trifft Hubl auf den Rapper Frank Waln sowie die Aktivisten und Hoop-Dancer Lumhe Sampson und Samsoche Sampson. Frank Waln ist ein Sicangu Lakota Sioux, der sich in den USA aktiv für die Rechte indigener Gemeinschaften einsetzt. Lumhe und Samsoche, die Söhne von Will Sampson (Einer flog über das Kuckucksnest), gehören dem Stamm der Muscogee Creek/Seneca an.
Ein denkwürdiges Konzert findet 2014 mit der Diné-Band SIHASIN aus Flagstaff, Arizona, statt. Auf der Bühne stehen Jones Benally (Hoop-Dance, Vocals), Jeneda Benally (Bass, Vocals) und Clayson Benally (Drums, Vocals). Ihre Musik ist inspiriert von der Kultur der Diné (Navajo) und geprägt von Aktivismus und Punkrock. Jones Benally, Vater von Jeneda und Clayson, ist über 70 Jahre lang als Medizinmann und Rodeo-Reiter tätig. Zudem tritt er als Schauspieler in mehreren Westernfilmen mit John Wayne auf und ist als Sänger auf Ry Cooders Soundtrack von Geronimo: An American Legend zu hören. Mehr zu: Sihasin
2010 lernt Hubl den Lakota-Künstler Sequoia Crosswhite aus South Dakota kennen. Sequoia ist Geschichtenerzähler und Kulturvermittler der Lakota (Cheyenne River Sioux). Aufgewachsen in Rapid City, verbindet er in seiner Arbeit traditionelle Klänge und Geschichten seines Volkes mit Hip-Hop, Rock und Funk. Seine künstlerische Praxis versteht sich als moderne Form der Weitergabe indigener Geschichte, Spiritualität und Identität – eine Tradition, die bis zu seinen Vorfahren, darunter Chief War Eagle, zurückreicht. 2012 folgt ein legendäres Konzert im Konstanzer Contrast, und 2026 produziert Hubl das neue Album von Sequoia.
Sequoia Crosswhite, 2018
WEITERE BEGEGNUNGEN UND PROJEKTE
THE GUERILLA BOPS (seit 2018)
Zusammen mit Danny Exnar (Keys, Hammond, Vocals), entsteht 2019 das Duo THE GUERILLA BOPS. Die BOPS waren ursprünglich die Theaterband für das Stück „Le Bal“ von Jean-Claude Penchenat und dem Théâtre du Campagnol, das am Theater TOBS in der Schweiz aufgeführt wurde. Nach den Aufführungen 2018 und 2019 war für Danny und Hubl klar, dass sie weiterhin zusammenarbeiten wollen. Im August 2023 nehmen sie das Live-Album Circus in der Kulturscheune Kulturní Stodola in Plainfaing (Frankreich) auf.
FREUNDE IM GARTEN (seit 2020)
Rupert Volz und Hubl sind bereits in den 80er und 90er Jahren weltweit unterwegs mit der Band THE BLECH und haben ihre abgefahrenen Klangwelten auf das Publikum geschleudert. Die Journalistin Anna-Bianca Krause schrieb damals: „… die beiden sind die Ursuppe des Projekts, die Gründerväter und Impulsgeber. Das wird auch auf der Bühne spürbar, einer könnte ohne des anderen musikalische Inbrunst nicht sein.“ 40 Jahre später sind sie immer noch zusammen auf der Suche nach neuen Klängen, die der Klangkosmos so zu bieten hat.
KLING KLONG (2018-2025)
Zwischen 2018 und 2025 ist Hubl festes Mitglied der Hamburger Band Kling Klong, mit der er zahlreiche Konzerte spielt, unter anderem bei Jazz & The City Salzburg und dem Jazzfestival Barcelona. Am Konzeptalbum „Jeder Mensch ein Sender“ ist auch der Filmemacher Alexander Kluge beteiligt. Hubl ist Co-Komponist der Stücke. Das Album erscheint bei Enja Records.
KAPELLE ZWEI – Kompositionen für Kirchenorgel (2022)
2022 erhält Hubl ein Stipendium der GEMA für Kompositionen mit Kirchenorgel und Gongs. Gemeinsam mit Paul Amrod begibt er sich auf eine musikalische Forschungsreise.
Musik der Inuit (2020)
Ein anderer Schwerpunkt entsteht in der Zusammenarbeit mit den Inuit-Frauen Tiffany Kuliktana und Kayley Inuksuk aus dem Territorium Nunavut, Kanada. Der Kehlkopfgesang Katajjaq ist ein weltweit einzigartiger Gesangsstil, bei dem sich zwei Frauen ohne Instrumentalbegleitung gegenüberstehen und ein rhythmisch vertracktes Duett singen. Aus der Zusammenarbeit entstehen drei Gemeinschaftskompositionen.
DAS LIED DER DINGE – work in process (2015)
Zwischen dem 3. und 10. April 2015 entwickeln Silvia Pfändner, Luise von Rhoden, Thomas Maos, Helmut Bieler-Wendt und Hubl Greiner das Performance-Projekt „DAS LIED DER DINGE – work in process„. Das Projekt integriert visuelle Kunst (Zeichnungen/Visuals) direkt in das musikalische Geschehen. Das anschließende Konzert am 10. April ist eine Gemeinschaftsveranstaltung vom Institut für Neue Musik und Musikerziehung e.V. und dem CAMP Festival im Rahmen der Frühjahrstagung für Neue Musik im Jazzinstitut Darmstadt.
Helmut Bieler-Wendt | Hubl Greiner | Wuerttembergische Philharmonie | Musik und Film für VJ, akustischem Akteur und Orchester (2014)
Gemeinsam mit der Württembergischen Philharmonie, Helmut Bieler-Wendt und Hubl Greiner entsteht ein Projekt mit Live-Elektronik, Film und Orchester. SEHSTÜCK wird im Rahmen der audiovisuellen Konzertreihe „sonic visions“ am 15. Februar 2014 im franz.k in Reutlingen uraufgeführt. Ausgangspunkt des SEHSTÜCKs sind 4 Kompositionen von HB-W für den preisgekrönten Film „ DAS LIED DER DINGE“ von Nils Menrad. HB-W extrahiert aus diesen Filmkonzerten das Material für die 4 Sätze von SEHSTÜCK – Hubl spielt Drums, improvisiert mit verfremdeten Beckenklängen und projiziert als VJ Filmsequenzen auf eine Großbildleinwand, die er in Echtzeit bearbeitet.
Hubl Greiner, Helmut Bieler-Wendt & die Wuerttembergische Philharmonie, 2014
PROJECT 909 (2009)
Modified Drum Machine, Sufigesänge, Jazzimprovisationen: Für das Jazzfestival Mainz entsteht 2009 eine Arbeit auf Basis der Roland TR-909. Hubl moduliert die Sounds der Kult-Drum-Machine bis ins Subtile, Geräuschhafte und entwickelt dafür speziell programmierte Sequenzen. Die Soundtracks bilden die atmosphärische Basis für das Konzert, zu der vier Musiker live improvisieren. Mehr zu: Kooperationen
TANNENGRIESEL KOLLEKTIV (2008)
Das Tannengriesel Kollektiv wird im Juni 2008 von dem estnischen Komponisten und Musiker Peeter Vähi auf das INTERNATIONAL KLAASPÄRLIMÄNG MUSIC FESTIVAL nach Tartu/Estland eingeladen. Hubl komponiert für das Konzert 12 zweiminütige Stücke, die während der Aufführung via „Tonband“ eingespielt werden. Ulrich Rützel und Hubl improvisieren live zu den Einspielungen. Mehr zu: Kooperationen
Hörbuch Produktionen (2003)
Für das Theater Konstanz produziert Hubl zwei Hörbücher mit deutschen Balladen – “Hinter 1000 Stäben” und “Sie haben nämlich Entenfüße”. Bernhard Stengele (Rezitation, Gesang) und Paul Amrod (Klavier) vertonen Villon, Schiller, Goethe, Kästner oder Heine. Mehr zu: Kooperationen
Hörbuchprojekt mit Franz Dobler (2002)
In Zusammenarbeit mit dem Autor Franz Dobler entsteht 2002 ein Hörbuchprojekt für den Antje Kunstmann Verlag. Vertont werden Dobler´s Westerngedichte über die Daltons, Hank Williams, Johnny Cash oder den Kraudn Sepp aus dem bayrischen Voralpenland. Mehr zu: Kooperationen
SUB (2001-2003)
Zwischen 2001 und 2003 finden vereinzelt Konzerte mit dem audiovisuellen Projekt SUB statt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Luigi Archetti (Gitarren, Electronics, Videokunst), Bo Wiget (Cello, Electronics), Hubl Greiner (Electronics, Sampling) und Hans X Hagen (Live-Visuals), führt Klang, Bild und Improvisation in einem offenen Format zusammen. Ein Konzert am Jazzfestival Schaffhausen wird von Radio DRS2 aufgezeichnet. Mehr zu: Kooperationen
STAHL UND EISEN BRICHT (2013)
Ein weiteres Projekt ist STAHL UND EISEN BRICHT in einer Maschinenhalle in Eslohe im Rahmen der Reihe „Live in den Fabrikskes“, konzipiert von dem Medienkünstler und Ars Electronica-Mitbegründer, Ulrich Rützel. Industrieraum, Klang und mechanische Prozesse werden dabei direkt in musikalische Abläufe übersetzt. Sprache, Saxofon, Bass, Violine, Drums, Dampfmaschine, Bühnenoutfit und Raum stehen in engem Zusammenhang und bilden ein gemeinsames, physisch erfahrbares Setting.

Hubl Greiner, Drums, 2013
Álvaro Peña-Rojas (1989-2002)
Anfang der 2000er-Jahre folgen Konzerte und Aufnahmen mit dem chilenischen Sänger und Songwriter Álvaro Peña-Rojas („The Chilean with the Singing Nose“). Die Zusammenarbeit wird unter anderem auf der Trikont-Compilation von Franz Dobler A Boy Named Sue – Johnny Cash Revisited sowie auf dem THE BLECH-Album Ich wollte meine Schuhe zerschneiden mit dem Stück „So Viel Geliebt Part I“ dokumentiert.
Álvaro Peña-Rojas veröffentlicht in den frühen 70er Jahren mehrere Singles mit verschiedenen chilenischen Rockbands (Los Challengers und Los Bumerangs). 1974 muss er nach dem Pinochet-Putsch aus Chile flüchten. In London trifft er Joe Strummer (THE CLASH) und gründet mit ihm die The 101’ers. Mehr zu: Kooperationen
La bataille d’Arminius / Paris (1995)
Ein technisch aufwendiges Projekt ist die 8-Kanal-Produktion für das Theaterstück La bataille d’Arminius im Théâtre Nanterre-Amandiers in Paris. 1993 veröffentlicht Ferdinand Richard (Bass) zusammen mit Takumi Fukushima (Geige), Helmut Bieler-Wendt (Geige) und Vladimír Václavek (Bass) ein Konzeptalbum mit dem Titel „Arminius“. 1995 wird diese Musik für das Stück von Heinrich von Kleist neu überarbeitet. Ferdinands Kompositionen werden in einem Mehrkanal-Tonsystem angelegt und über 8 unabhängige Kanäle abgemischt. Im Tonstudio verwendet Hubl dafür ein eigens entwickeltes Pro Tools System mit 8 Kanälen, was 1994 einzigartig ist. Im Théâtre Nanterre-Amandiers werden sie über eine speziell konstruierte Musikanlage mit 8 Lautsprechern, die im gesamten Theater verteilt sind, wiedergegeben. Durch das spezielle Soundsystem wird ein außergewöhnliches, dreidimensionales Klangerlebnis geschaffen. Hubl ist für die Bedienung des technischen Monsters und die Abmischungen verantwortlich. Mehr zu: Kooperationen
FERDINAND ET LES PHILOSOPH (1993)
Der in Marseille lebende Ferdinand Richard gehört mit seiner Band Etron Fou Lelouban zu den Protagonisten der französischen Indieszene der 1980er Jahre. Zusammen mit Fred Frith und anderen Musiker*innen wildert er kreuz und quer durch die Genres. Etron Fou Lelouban zählt neben Henry Cow, Univers Zéro, Stormy Six und Art Zoyd zu den Gründungsmitgliedern der Rock in Opposition-Bewegung. Im Mai 1986 gründet Ferdinand das Movement International des Musiques Innovatrices (MIMI), ein jährliches Festival in Südfrankreich, das er über 30 Jahre leitet. Sein Album „Ensableurs de Portugaises“ (Trompete & Stupteur) nimmt er in Hubls Tonstudio Klang & Hammer in Konstanz auf und beauftragt Hubl mit Mix und Mastering. Mehr zu: Kooperationen
HARDIS BRUT – Kunst in der Psychatrie (1992)
Die 1992 auf dem französischen Label InPolySons erschienene CD „Hardis Brut“ widmet sich dem Thema Kunst in der Psychatrie. Der Song „Kaisermarsch“ von Hubl und Helmut Bieler-Wendt (THE BLECH) ist eine Hommage an den Schweizer Künstler, Komponisten und Schriftsteller Adolf Wölfli (1864 – 1930). Wölfli war schizophren, er lebte bis zu seinem Tod in der Nervenheilanstalt Waldau. Weitere Künstler auf der CD „Hardis Bruts“ sind: Cédric Vuille, René Lussier, Danny Finney, Ferdinand Richard, David Moss, The Work, L’Ensemble Rayé, Klimperei, Toupidek Limonade, Look de Bouk und Lars Hollmer. Mehr zu: Kooperationen
DIE WAND AN (1983-1985)
Das Experimental-Duo „Scheiß die Wand an“ wird Anfang der 1980er von Freddy Setz (Drums, Tapes) und Gerald Luciano Hartwig (Bass, Tapes) ins Leben gerufen. Etwas später stoßen Stephan Rustige (Action Painting) und Jutta Keller (Tanz) zu dem Duo. Als 1983 Freddy und Gerald aussteigen, übernimmt Fred Braceful, ein US-Jazzschlagzeuger, der auch in Wolfgang Dauners legendärer Gruppe „Et Cetera“ spielt, und Tubist Klaus Burger. Das Projekt wird umgetauft in „Die Wand an“. Kurz darauf verlässt auch Fred die Gruppe aus gesundheitlichen Gründen. Stephan lädt daraufhin Rupert Volz (Vocals, Trompete, Gitarre) und Hubl (Drums, Tapes) ein, um an den unversöhnlich wirkenden Live-Action-Performances teilzunehmen. Freddy und Gerald nutzen Kassettenrekorder als Sampler, die damals unerschwinglich waren. Hubl übernimmt diese Methode. Trotz wechselnder Besetzungen bleibt das Projekt voll seltsamer Klänge – mysteriös, archaisch, düster. Angeblich soll es die Lieblingsband von Marianne Sägebrecht gewesen sein! Mehr zu: Kooperationen
LOGIC ANIMAL (1986)
Mitte der 1980er Jahre gründen die Embryo-Mitglieder Roman Bunka und Edgar Hofmann das Duo Logic Animal. Ihre „Demokassette“ ist ein Audio-Leckerbissen mit vier unbetitelten Tracks, der nie veröffentlicht wird. Edgar und Roman experimentieren mit einer analogen Drum-Machine und eines Samplers. Die Songs sind auf eine etwas sperrige Art einzigartig und sehr intensiv. Hubl hat die Tracks in seinem Tonstudio in Glashütte aufgenommen und gemischt. Mehr zu: Kooperationen
PETER FROHMADER (1985)
Peter Frohmader, der am 2. Mai 2022 verstarb, kennt man vor allem unter dem Namen seiner Band „Nekropolis“. Er ist für seine alptraumhaften Gothic-Kompositionen bekannt und eine bedeutende Figur der europäischen progressiven elektronischen Musikszene. Neben „Godfather of Gothic“ nennt man ihn auch „Lord der düsteren Töne“ oder Erschaffer der „German Angst Music“. Berühmte Bands wie Sisters of Mercy, Throbbing Gristle oder Lacrimosa berufen sich auf ihn. Frohmader war eng mit dem Künstler und Erfinder der Alien-Monster, H.R. Giger, befreundet.
1985 treffen sich Peter und Hubl im Tonstudio Glashütte und spielen acht Stücke improvisatorisch zusammen ein. Anschließend nehmen sie mehrere Overdubs mit einem DX7, einem Chapman Stick, Percussion, Vocals und Saxofon auf. Das Sax spielt die grandiose Ulrike Schimpf. Leider werden die Tracks nie veröffentlicht – einige Stücke wären geradezu prädestiniert für die Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch gewesen. Mehr zu: Kooperationen
SCHNEEBALL-OPER (1980-1982)
Die Schneeball-Oper ist ein kooperatives Musikprojekt der frühen 1980er Jahre, initiiert von Musikern des Independent-Labels Schneeball Records. Beteiligt sind Künstler von Embryo, Ton Steine Scherben, Checkpoint Charly, Schäggi Bädsch und anderen. Das kollektive Projekt tourt als Musiktheater mit 27 Musiker*innen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und gibt über 30 Konzerte. Mehr zu: Kooperationen
Jalalu-Kalvert Nelson – Tunji Beier (1993)
Improvisationskonzert mit Jalalu-Kalvert Nelson (Trompete), Tunji Beier (Percussion) und Hubl (Drums). Jalalu wird in Oklahoma City Oklahoma geboren und studiert Trompete und Komposition an der Indiana University bei John Eaton und Iannis Xenakis. Er erhält Kompositionsaufträge u.a. vom Kronos Quartet, dem Brooklyn Philharmonic, der Oklahoma City Symphony. Tunji beginnt seine musikalische Ausbildung in Nigeria, wo er sich die traditionellen Perkussionstechniken der Yoruba aneignet. Später führt ihn sein Weg nach Bangalore an das Karnataka College of Percussion, wo er das Staatsexamen als Meister-Trommler der klassischen indischen Tradition ablegt. In Konzerten und Aufnahmen begegnet er Musikern wie Charlie Mariano, Billy Cobham, Markus Stockhausen und vielen anderen. Mehr zu: Kooperationen
FOTOGRAFIE (seit 2004)
2004 entdeckt er durch seine Frau Claudia Knupfer die Leidenschaft zur Fotografie. Aus purer Neugier und der großen Lust zu lernen, fotografiert er fortan alles, was ihm vor die Linse kommt. Bis 2011 legt er die Kamera praktisch nicht mehr aus der Hand und widmet sich intensiv seinen fotografischen Studien. 2008 gründet er gemeinsam mit weiteren Fotograf*innen die „Fotoristen“, um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu dokumentieren. Daraus entstehen mehrere Fotoausstellungen. Ab 2011 verlagert sich sein Interesse auf das bewegte Bild, und er beginnt, eigene filmische Arbeiten zu realisieren.
FILM (seit 2012)
Seit 2012 realisiert Hubl Dokumentarfilme. Mit einem Gespür für intime Momente fängt er persönliche Lebensgeschichten ein. Er übernimmt bei seinen Filmen sämtliche zentralen Funktionen selbst – Regie, Kamera, Ton, Schnitt und Produktion. Dramaturgische Unterstützung erhält er häufig von der Schauspielerin Claudia Knupfer, deren Blick die Arbeiten punktuell schärft und strukturiert. Über die Jahre entwickelt er ein umfangreiches filmisches Werk aus elf Dokumentarfilmen, zahlreichen Kurzfilmen, Videoclips, Reportagen und persönlichen Porträts.
Hubl bei Dreharbeiten in Los Angeles, 2017
NO-GO
Menschen aus deiner Nachbarschaft sprechen über Tabus
Dokumentarfilm von Hubl Greiner
Dauer: 42 Minuten
Idee/Regie: Hubl Greiner
Dramaturgie: Claudia Knupfer
© HEUTE.film 2026
Der Film fordert zum Zuhören auf – in Zeiten, in denen jedes Wort zum Schlachtfeld werden kann. Er zeigt, dass Spaltung nicht irgendwo da draußen beginnt – sondern hier, im Kleinen, zwischen uns. Und dass Verstehen vielleicht erst dort wächst, wo das Schweigen gebrochen wird. Ein eindringliches Plädoyer für die Kunst, dazwischen zu sein. Mehr zum Film!
EIN VIERTEL IN UNSERER STADT
Die unglaubliche Geschichte der Chérisy-Kaserne in Konstanz
Ein Film von Hubl Greiner, Drehbuch: Claudia Knupfer
Dokumentarfilm / Deutschland / Dauer: 140 Min.
© HEUTE.film 2023
Die Chérisy-Kaserne ist die erste Kaserne in Deutschland, die sich von ihrer Vergangenheit unter der Nazi-Diktatur lossagt und zu einem innovativen Wohn- und Arbeitsprojekt wird. Die alternative Szene will eine bessere Form von Zivilgesellschaft entwickeln. Wo ist das soziale Experiment gelungen, wo ist es gescheitert? Mehr zum Film!
8 PORTRAITS
Menschen mit Leidenschaften und Visionen
Ein Film von Hubl Greiner
Dokumentarfilm / Deutschland / Dauer: 95 Min.
© HEUTE.film 2022
Wenn von „großen“ Menschen die Rede ist, meint man oft diejenigen, die über Reichtum oder Macht verfügen. Wahre Größe zeigt sich für Hubl aber daran, welche Spuren man hinterlässt – und wie sehr das Handeln auch anderen dient. Dieser Gedanke zieht sich als roter Faden durch den Film, da die Protagonist*innen genau das versuchen – unsere oft feindselige Welt zu einem besseren Ort zu machen. Mehr zum Film!
WO IST ZUHAUSE?
Eine Geschichte deutscher Auswanderer in Amerika
Ein Film von Claudia Knupfer und Hubl Greiner
Dokumentarfilm / Los Angeles, Hausen / Dauer: 56 Min.
© HEUTE.film 2019
Eine Lebensgeschichte – eine Suche nach einem friedlichen Zuhause. „In Russia I lived in fear, in Germany I was a refugee and in America I´m at home“. Mehr zum Film!
HAMLET IN KUBA
Eine Suche nach Kuba´s Zukunft
Dokumentarfilm von Claudia Knupfer und Hubl Greiner
Kuba, 2016 / Dauer: 48 Min.
© HEUTE.film 2016
Der Film „Hamlet in Kuba“ lässt sich von einem Theaterstück des kubanischen Autors Rogelio Arizondo Gómez inspirieren und macht sich auf die Suche nach den Lebensverhältnissen in Kuba. Eine Zusammenarbeit mit dem Theater Konstanz. Mehr zum Film!
STANDING
Ein Portrait des Schriftstellers Franz Dobler
Ein Film von Hubl Greiner
Dokumentarfilm / Deutschland / Dauer: 45 Min.
© HEUTE.film 2016
Der Film erzählt von einem Schriftsteller der mit seinem teils brachialen und immer schonungslos kritischen Duktus kein Unbekannter ist. Der mehrfache Träger des Deutschen-Krimipreises Franz Dobler befasst sich vorrangig mit Pop- und Subkultur, Politik und dem alltäglichen Wahnsinn. Mehr zum Film!
Why Do Germans Love the Blues?
Regie: Tino Gonzales, Micha Klinksik, Hubl Greiner
Dauer: 69 Minuten
© 3dudes.production 2016
Mit: Williams „Wetsox“ Fändrich, Chris Rannenberg, Abi Wallenstein, Angela Brown, Tommy Harris, Axel Zwingenberger, Simon Oslender und anderen.
Why Do Germans Love the Blues? ist ein atmosphärisch dichter Dokumentarfilm zwischen Roadmovie, Musikessay und kultureller Spurensuche. Ein Musiker aus Chicago, der legendären Wiege des Blues, begibt sich auf eine Reise quer durch Deutschland. Was als musikalische Entdeckungstour beginnt, entwickelt sich schnell zu einer vielschichtigen Begegnung mit einem Land, das sich eine ursprünglich afroamerikanische Musik auf überraschend intensive Weise angeeignet hat. Mehr zum Film!
DU WIRST NICHT DER GLEICHE SEIN …
Clowns und ihr Weg zur professionellen Freude
Ein Film von Hubl Greiner und Michael Klinksik
Dokumentarfilm / Dauer: 90 Min.
© HEUTE.film 2015
Drei Jahre begleiten die Filmemacher Clown-Student*innen. In dem Film geht es um die Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten, sich in Frage zu stellen und seine Persönlichkeit so zu festigen, um mit schwerkranken und sterbenden Menschen humorvoll kommunizieren zu können. Mehr zum Film!
GUDRUN UND DAS MEER
Eine Geschichte aus Island
Film von Claudia Knupfer und Hubl Greiner
Dokudrama / Island / Dauer: 56 Min.
© HEUTE.film 2014
In dem Roadmovie begibt sich eine junge Frau auf eine Reise, die etwas in ihr auslöst, etwas verändert. Die Geschichte basiert auf historischen Vorkommnissen, die gezeichneten Personen und ihre persönliche Geschichte sind frei erfunden. Mehr zum Film!
LUKE – DER LETZTE WILDE HUND AM YUKON
Deutscher Aussteiger in Kanada
Ein Film von Hubl Greiner
Dokumentarfilm / Kanada, Yukon Territory / Dauer: 63 Min.
© HEUTE.film 2013
LUKE lebt fernab jeglicher Zivilisation in einer Blockhütte, allein, ohne Telefon, Internet, Computer, Radio oder TV. Im Sommer 2013 besucht Hubl Luke im Yukon Territorium, dort wo der Pelly auf den Yukon trifft. Mehr zum Film!
Pädagogische und kulturvermittelnde Tätigkeiten
Neben der künstlerischen Praxis ist Hubl auch in edukativen und kulturvermittelnden Kontexten tätig. Von 2005 bis 2006 leitet er Workshops als Dozent der Landesjugendbildung Baden-Württemberg und arbeitet parallel als Musikberater für die Initiative „ZukunftsMusiker“ von dm-drogeriemarkt, die Kindern einen spielerischen Zugang zur Musik ermöglicht. Musik wird hier nicht als Fachwissen vermittelt, sondern als Erfahrungsraum verstanden.
2010 folgt ein Vortrag an der Staatlichen Universität Jakutsk, in dem er die fundamentale Bedeutung von Musik für menschliche Wahrnehmung, Kommunikation und kulturelle Identität thematisiert.
Zwischen 2007 und 2011 ist er am Aufbau der „Nihal European University“ im Sudan beteiligt und entwickelt ein pädagogisches Konzept für die musikalische Ausbildung von Straßenkindern. Auch hier steht nicht eine klassische akademische Musikerziehung im Vordergrund, sondern ein offener, praxisnaher Zugang zu Klang, Rhythmus und gemeinschaftlichem Lernen. Mehr zu: Soziale Projekte!
2021 hält er gemeinsam mit Dr. Mohamed Badawi einen TEDx Talk zum Thema „Bridging Cultures through Music Interchange“. Im Zentrum steht dabei die Idee von Musik als verbindendem Medium zwischen Kulturen, Erfahrungsräumen und sozialen Realitäten.
Neben Musik und Film ist Pétanque ein weiterer konstanter Bestandteil seines Alltags – als ruhige, konzentrierte Form von Wahrnehmung, Zeit und sozialer Interaktion.







