HULU PROJECT – INEMURI

Electronic Soundscapes – Sound Art:
atmosphärisch, meditativ, gebrochen

Video by Jean Detheux

INEMURI

„Inemuri“ nennt man in Japan die Kunst überall und jederzeit ein Nickerchen zu machen. Dabei wird im öffentlichen Raum, z.B. während einer Konferenz oder in der U-Bahn geschlafen. Die Japaner trainieren diese Art der Entspannung bereits in der Kindheit, sodass sie die Umgebung trotz des schlafens noch wahrnehmen. Das Wort Inemuri bedeutet „anwesend sein“ und „Schlaf“.

Luigi Archetti und Hubl Greiner haben sich die Frage gestellt, wie diese Schlafenden die sie umgebenden Klänge wahrnehmen und welche Klänge dabei in ihren Träumen entstehen können. Das Album „Inemuri“ versucht die Klänge zwischen Traum und Wach sein zu beschreiben.

„Inemuri“ in Japan is the art of taking a nap anywhere, anytime. This involves sleeping in public spaces, e.g. during a conference or in the subway. The Japanese practice this kind of relaxation already in childhood, so that they still perceive their surroundings despite sleeping. The word Inemuri means „to be present“ and „sleep“. Luigi Archetti and Hubl Greiner have asked themselves the question how these sleepers perceive the sounds surrounding them and which sounds can arise in their dreams. The album „Inemuri“ tries to describe the sounds between dreaming and being awake.

MUSIKER / MUSICIANS

Luigi Archetti: Guitar, Mandoline, Viola, Electronics
Hubl Greiner: Laptop, Drums

Helmut Bieler-Wendt: Violine
Christian Hof: Bass
JP Volk: Bass

InemuriALBUM

TITEL: „Inemuri“
COMPOSER: Luigi Archetti, Hubl Greiner
ARRANGEMENTS: Luigi Archetti, Hubl Greiner
LABEL: (P)+(C) da music/CCn‘C Records 2007
PRODUCER: Luigi Archetti, Hubl Greiner
MIX: Hubl Greiner

TRACKLIST

1. Hypnagogische Halluzination 5.05
2. Transphänomenale Konversation 6.46
3. Dickicht 5.59
4. Roarr 5.37
5. Stadium D 5.19
6. 7 Hz 5.35
7. Temporal rhythmische Delta-Phase 6.31
8. Vulnerabilitäts-Streß 4.27
9. Theta-Welle 1.50
10. Paroxysmale Lähmung 2.20
11. REM-Phase 6.11
12. Alarmsignal 5.20

HÖRBEISPIELE

 

Erhältlich als Download: iTunes

VISUALS

by Jean Detheux

PRESSE

„… mit bizarren Rhythmen und fragilen Soundscapes, zwischen denen Melodie-Fragmente einer Gitarre oder einer Mandoline auftauchen. Atmosphärisch, meditativ, wild und gebrochen – ein Trip für die Sinne!“

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„Anwesend sein und gleichzeitig schlafen“ – Inemuri ist die Kunst überall und jederzeit ein kleines Nickerchen zu machen. Stehend im Gedränge der U-Bahn, an der Bar oder während Besprechungen wird in Japan kurz und erfrischend geschlafen. Wenn ein Motorrad durch ein ruhiges Wohnviertel brettert, ist Klang nicht gleich Klang. Wer sein Gefährt liebt, dem ist Musik, was dem genervten Anwohner bloß Krach ist. Dieser psychoakustische Zusammenhang ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass schon aufgrund geheimnisvoller neurophysiologischer Überdeckungs- und Beeinflussungsphänomene der Fahrer ganz anders wahrnimmt als der Ansässige. Was passiert nun während des Schlafens in der Öffentlichkeit. Wie nimmt der Schlafende die ihn umgebenden Klänge wahr, wie verändern sich diese Klänge in Verbindung mit dem kognitiven Entzug durch seinen Schlaf, durch seine Träume? Das Album „Inemuri“ von HULU PROJECT beschreibt diesen Zustand zwischen Traum, Wirklichkeit und Öffentlichkeit mit bizarren Rhytmen und fragilen Klanggebildern, zwischen denen Melodie-Fragmente einer Gitarre oder einer Mandoline auftauchen. Atmosphärisch, meditativ, wild und gebrochen – ein Trip für die Sinne! Minimalistische Impressionen treffen auf atonale elektronische Ambience und atemberaubende Collagen auf heavy-rockende Industrial-Riffs. Die Grenze zwischen Klang und Geräusch ist in diskursivem Verhältnis. Die Klangbilder gleichen vielschichtigen, sonoren Architekturgebilden. Avancierte Hörkunst – feingliedrig, minimal und in einer erfrischenden Langsamkeit.“

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„Monoton vibrierender Schienenpuls und schreckhaft vorbeirauschende Lichter verschmelzen im einsamen Dämmerzustand japanischer Fahrgäste mit einer kollektiv schwebenden Gemeinschaftsstille, deren Aura die Kurzreisenden, an ihrem Ziel angelangt, in apruptem Erwachen verlassen. Hubl Greiner und Luigi Archetti fangen mit „Inemuri“ eine seltsam vertraute und doch immer fremd bleibende Traumwelt ein, die im Land der aufgehenden Sonne die Raumzeit zwischen Arbeitswelt und Privatspäre füllt. Fragile Klangelemente dringen durch die wachschlafenden Sinne und vermengen sich mit der Umgebungsrhythmik zur tagwandlerischen Welt des Inemuri.“ Christian Hof

„Fragile sounds soake through the waking-sleeping senses of the passengers in a subway car somewhere in Japan, blending in with the ambient rhythms and creating the daywalking world of inemuri. „Be present and sleep at the same time“ – Inemuri is the art of taking a nap anywhere and anytime. Wedged into the crowd on the subway, sitting at the bar in a restaurant, or even during important business conferences: In Japan, the sight of people holding short and refreshing naps is anything but out of the common. A motorbike is speeding through a quiet and peaceful residential district: Often, sound is not just sound. The driver just loves the sound of his machine, the residents are merely bugged by the noise. This is a well-known psycho-acoustic correlation. What is much less known is the fact that the driver´s perception of the environment is totally different from that of the residents due to mysterious phenomenons of overlaying and influencing.

So, what will happen when you sleep in public? How does the sleeper perceive the sounds that surround him, how do these sounds change in connection with the cognitive deprivation caused by his sleep, his dreams?“

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„On their album „Inemuri“, the HULU PROJECT uses bizarre rhythms and fragile sound fabrics, sometimes interspersed by melodic fragments played by a guitar or a mandolin, to describe this condition between dream, reality and publicness. Atmospheric, meditative, wild and fractured – a trip for the senses! Minimalistic impressions burst upon atonal electronic ambience, breath-taking collages collide with heavily rocking industrial riffs. The boundary between sound and noise becomes blurred: a discoursive relationship. The sound paintings are like multi-layered sonorous architectural fabrics. The art of advanced listening – rangy, minimalistic, and of a refreshing slowness.“