BADAWI PROJECT
Where Sudan’s Spiritual Roots meet Contemporary Urban Sound
Album: Nosybé (Enja Records, 2025)
Sudanese roots. Global frequencies.
Die spirituellen Wurzeln des Sudan – geprägt von den Traditionen der Beduinen und der Sufis – werden zum Impuls für neue urbane Klangräume – Afro-Arab-Fusion, Jazz, Pop…
Mit dem Album „Nosybé“ erfüllt sich der sudanesische Komponist und Sänger Mohamed Badawi einen lang gehegten Wunsch. In enger Zusammenarbeit mit Hubl Greiner versammelt er Musiker*innen aus unterschiedlichen Kontinenten, um seine neuesten Kompositionen auf ein Studioalbum zu bannen.
Was entsteht, ist ein Sound, der tief in nubischen Traditionen verwurzelt ist und zugleich offen für neue Klangräume bleibt. Sudanese roots. Global frequencies.
Die Aufnahmen beginnen im Sudan, einem Land, das von politischer Repression, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefen gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist.
Der Weltmusik-Pionier Roman Bunka prägt die Klangsprache des Albums entscheidend mit. Kurz nach den Aufnahmen verstirbt er. Ihm zu Ehren gründet seine Frau Grace Yoon die „Roman Bunka Foundation“, die junge afrikanische Künstlerinnen und Künstler durch Stipendien fördert. Mohamed und Hubl beschließen, sämtliche Einnahmen aus dem Album dieser Stiftung zukommen zu lassen.
Mohamed Badawi
Kompositionen, Gesang, Oud, Percussion
Mohamed ist im Sudan aufgewachsen und entstammt der bekannten Sufi-Familie Gadiriyya. Seine musikalische Sprache ist geprägt von den Traditionen Nubiens, der Beduinen und der Sufis sowie von den arabischen und afrikanischen Klangwelten des Sudan. Gleichzeitig zeichnet seine Musik eine große stilistische Offenheit aus. Neben Gesang und Oud spielt er eine sudanesische Bongo mit drei Trommeln, die aus leeren Bombenhülsen gefertigt wird.
Roman Bunka
Gitarren, Oud
Roman ist nicht zuletzt durch seine vielfältigen künstlerischen Begegnungen bekannt geworden. Er arbeitete mit Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichsten Kontexten zusammen – darunter der Flamenco-Gitarrist Tomatito, Mal Waldron, Jean-Michel Jarre, Hubert von Goisern, Trilok Gurtu, der nubische Sänger Mohamed Mounir, der Kairoer Geigenvirtuose Abdu Dagir, Embryo, Dissidenten, Hamid Baroudi, Blixa Bargeld und viele andere. Auch für den Film komponierte er: unter anderem die Musik zu Doris Dörries Kinofilm „Bin ich schön?!“ sowie zu „Al Oud“ von Fritz Baumann, der 1992 beim Chicago International Film Festival ausgezeichnet wurde. >> www.romanbunka.com
„Roman Bunka is one the greatest guitar players I’ve ever had the pleasure to listen to.“ Henry W. Targowski (in Mark/Space, 1996).
Roman und Mohamed in Hubls Studio
Hubl Greiner
Produktion, Arrangements
„Die Arbeit an diesem Album gehört für mich zu den prägendsten Erfahrungen überhaupt. Die Musik, die dabei entstanden ist, ist weit mehr als ein künstlerisches Projekt. Sie ist Ausdruck von Hoffnung, von Widerstand, von Zusammenhalt – entstanden unter Bedingungen, die von Krieg, Armut und Unsicherheit geprägt sind.“
Hubl mit Hatim Mileegi (3.v.r.) und anderen Musikern. Foto: Mohamed Badawi
Hatim Mileegi
Percussion
Hatim stammt aus der renommierten Mileegi-Familie in Khartum. Diese gilt in der sudanesischen Musiktradition zugleich als Hüterin und Erneuerin eines reichen kulturellen Erbes. Hatim selbst zählt zu den herausragenden Trommlern des Landes.
Hatim im Studio, Omdurman
Mohamed Abdelwahab Kununu
Akkordeon
Kununnu zählt zu den prägenden Akkordeonspielern des Sudan. Mit großer Selbstverständlichkeit stellt er sein Instrument in einen vielschichtigen musikalischen Zusammenhang und überschreitet dabei mühelos stilistische Grenzen. Auf dem Album „Nosybé“ verbindet er arabische Klangwelten mit Einflüssen aus dem französischen Chanson und Musette-Walzer, dem argentinischen Tango, Tex-Mex aus Texas sowie der Cajun- und Zydeco-Musik aus Louisiana und dem Mississippi-Delta.
Mohamed Abdelwahab Kununu
Shirley Anne Hofmann
Tuba, Posaune, Trompete, Euphonium
Shirley studierte an der McGill University in Montreal. Im Laufe ihrer vielseitigen Karriere arbeitete sie mit Künstlerinnen und Künstlern wie Ripoff Raskolnikov, Dave Holland, Roscoe Mitchell, Julian Priester, THE BLECH, Mani Neumeier, Nimal, Momo Rossel, Bratko Bibič (Accordeon Tribe) und L’Ensemble Rayé zusammen. Eigene Soloveröffentlichungen erscheinen auf ihrem Label „UsineS“. Auf dem Album „Nosybé“ übernimmt sie die komplette Brass-Section und prägt mit ihrem kraftvollen und nuancierten Spiel maßgeblich den Klang.
“Shirley Anne Hofmann is one of the freshest, most promising phenomenen to appear on the European Avantgarde scene.” Jazzthetik
Shirley Anne Hofmann | Foto: Bernard Fuchs
Daniel Spahni
Drums
Spahni trommelt seit vielen Jahren an der Seite des jamaikanischen Poeten Linton Kwesi Johnson. Er ist ein ebenso vielseitiger wie feinfühliger Schlagzeuger und arbeitete unter anderem mit Elliott Sharp, Archie Shepp, Die Vögel Europas sowie Christian „Dodo“ Addor (Débile Menthol) zusammen.

Daniel Spahni
Norbert Dömling
Bass
Norbert begann seine musikalische Laufbahn in verschiedenen amerikanischen Bluesbands, bevor er 1971 Mitbegründer der Jazz-Rock-Formation „Missus Beastly“ wurde. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem mit der Rockgruppe Embryo sowie mit der Joachim Kühn Band und Musikern wie Jasper van’t Hof, Billy Cobham, Stu Goldberg, Trilok Gurtu, Charlie Mariano, Ramesh Shotham, Christoph Spendel, Tomasz Stańko und Toto Blankes Electric Circus zusammen. Heute ist er vor allem mit seinem Projekt „Jazz meets Tango“ zu hören.
Musiker aus Kairo und dem Sudan
- Tahir Mahmoud (Violine)
- Mohamed Atif Abdel Hamid (Nay)
- Amro Sawwaf (Qanun)
- Amro Subhi (Cello)
- Iman Aliy Ad-din (Chor, Kairo)
- Marwa Hasan (Chor, Kairo)
- Wala Mohamed (Chor, Kairo)
- Iman Mohamed Wadi (Chor, Kairo)
- Iglal Hashim (Chor, Sudan)
- Safa Osman (Chor, Sudan)
- Magdi Shaban Sukkar (Tablah, Bandir)
Tahir Mahmoud im Studio der Musikhochschule Kairo
Aufgenommen im Studio Anageed In Al-Mulazmin in Omdurman (Sudan), im Studio der Musikhochschule Kairo (Universität Asyout), im Studio UsineS in Neuchâtel und in Hubl´s Wohnzimmer in Konstanz.
- Ahmed Mostafa Saleh (Toningenieur Kairo)
- Mohamed Bashir Khogåali (Toningenieur Sudan)
- Musab Anageed (Toningenieur Sudan)
- Peter Anageed (Toningenieur Sudan)
Produziert und abgemischt von Hubl Greiner
Mohamed Badawi im Sudan
TRACKLIST:
- Soudani – 04:48
- Nosybe – 04:01
- Mande – 03:23
- Habibi – 03:45
- Burum – 05:04
- Diwan – 05:06
- Rima – 04:57
- Adila – 04:39
- Loloo – 04:02
- Juba – 03:22
www.mohamed-badawi.com
© Fotos: Hubl Greiner, Mohamed Badawi






