HUBL GREINER – Vita kurz

Musiker / Komponist / Klangforscher / Produzent / Filmemacher / Fotokünstler

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Hubl (Hubert) Greiner

Hubl Greiner, 2022

Hubl Greiner ist Musiker, Klangforscher, Komponist, Produzent, Filmemacher und Fotograf. Er gilt als innovativer und experimentierfreudiger Künstler, der sich mit Lust über den Abgrund beugt und manchmal auch weiter. Bekannt wurde er vor allem als Kopf der deutschen Kultband THE BLECH, sowie als Produzent zahlloser Acts und Projekte. Bis heute bringt er neue musikalische Projekte auf die Bühne und realisiert seit 2012 zudem Dokumentarfilme als Regisseur.

„…probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.“ Ear Magazine, New York (1989)

TOURNEEN / VERÖFFENTLICHUNGEN

Hubl tourt seit Ende der 1970er Jahren als Musiker durch West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Japan, Russland, Sudan, Ägypten, Libanon, Kuba, Island, Estland.

Highlights: Victoriaville Festival (Kanada), MIMI Festival (Frankreich), Interweek Novosibirsk Festival (Sibirien), Festival „Berlin in Moskau“ (Russland), Dynamo-Stadion Moskau (Live-TV), Al Bustan Festival (Beirut), Jazzfestival „Dom Omladine Beograda“ (Serbien), Jazzfestival Berlin, Festival da Liberdade (Rio de Janeiro), Ferienkurse für Neue Musik (Darmstadt), Jazzhausfestival Köln, Klaaspärlimäng Festival Tartu (Estland), Jazz & The City Salzburg, Jazzfestival Barcelona (Spanien), Tourneen in Europa, Brasilien, Russland, Japan, ČSSR…

Er wirkt an rund 65 LP- und CD-Veröffentlichungen als Musiker, Komponist und Produzent mit und wird zweimal zur „documenta“ in Kassel eingeladen.

Als Regisseur veröffentlicht er bisher 11 Dokumentarfilme sowie zahlreiche Reportagen und Porträts.

AUSZEICHNUNGEN

Internationale Auszeichnungen als Musiker, Komponist und Produzent.

• 12 Schallplattenpreise
• „Musiker des Jahres“, ČSSR 1989
• „Selection Swiss Radio International“, 2000
• World Music Charts Europe, 2002 (Platz 3)
• Nominierung Amadeus, FM4 Wien, 2006
• Emil-Berlanda-Preis
• Pasticcio-Preis für die herausragendste CD-Produktion, (ORF, 2006)

 

Hubl und Sufimusikern

Hubl mit Sufi-Musikern im Sudan, 2010

THE BLECH (1985-1996)

1985 gründet Hubl gemeinsam mit Rupert Volz die Band THE BLECH – ein Projekt, das sich von Beginn an jeder eindeutigen Verortung entzieht und „Skrupelloses Entertainment“ nicht nur als Provokation, sondern auch als programmatische Haltung versteht.

Über elf Jahre hinweg tourt die Band durch Asien, Nord- und Südamerika, Europa und die ehemaligen Ostblockstaaten. Sie spielt auf Rock- und Popfestivals neben Nina Hagen oder Chaka Khan, teilt sich auf Punkfestivals die Bühne mit Henry Rollins oder Einstürzende Neubauten sowie auf Jazzfestivals mit Cecil Taylor oder Herbie Hancock. Auf Avantgarde- und Neue-Musik-Festivals steht sie programmatisch neben Fred Frith, John Zorn, Helmut Lachenmann oder Mauricio Kagel.

Mit sechs Veröffentlichungen entsteht ein eigenständiger musikalischer Kosmos, der sich aus Brecht/Weill-Fragmenten, arabischen Einflüssen, Dada, Jazz, Punk und Neuer Musik zusammensetzt. Neben ihren Tonträgern präsentieren THE BLECH ebenso radikale Videoclips und skrupellose Live-Shows.

1996 geht die Band ein letztes Mal auf Tournee nach Russland und Sibirien, begleitet von mehreren Fernsehauftritten, darunter ein Talkshow-Auftritt bei Artemy Troitsky sowie Liveübertragungen im russischen Fernsehen. Die Reise erreicht ihren Höhepunkt mit einem Konzert im Moskauer Fußballstadion vor rund 40.000 Besucherinnen, das landesweit im Fernsehen übertragen wird und etwa 25 Millionen Zuschauerinnen an den Bildschirmen erreicht.

HULU PROJECT (1997-2007)

1997 gründet Hubl gemeinsam mit dem italienischen Gitarristen, Komponisten und visuellen Künstler Luigi Archetti das HULU PROJECT – ein offenes Duo, das sich nicht als feste Formation versteht, sondern als bewegliches System. In Zusammenarbeit mit wechselnden Gastmusiker*innen entstehen Arbeiten, die weniger einem Stil folgen als vielmehr unterschiedliche Klangräume erkunden und miteinander verschränken. Das Duo veröffentlicht 4 Alben, darunter:

TranceSiberia (2001, CCn‘C Records)
TranceSiberia wird zur Begegnung mit der jakutischen Sängerin Stepanida Borisova. Ihr Gesang ist ein schamanistisches Ritual, das in sehr alte Zeiten zurückführt – er gilt als eine der ältesten überlieferten musikalischen Ausdrucksformen der Menschheit. Die Lieder von Stepanida Borisova treffen in einer respektvollen Art auf die experimentellen Grooves der zeitgenössischen Laptop-Szene sowie auf westlich geprägte Klangvorstellungen und urbane, gegenwärtige Strukturen. Das Album wird vielfach ausgezeichnet und erreicht Platz 3 der World Music Charts Europe.

FRAU.BACH (seit 2015)

Seit 2015 ist Hubl Mitglied des Künstlerkollektivs FRAU.BACH, mit Silvia Pfändner (Leipzig) und Thomas Maos (Tübingen). FRAU.BACH verweben Musik, Film, Performance und persönliche Geschichten über Tod, Herkunft oder Identität. Sie wagen einen neuen, unerwarteten Blick auf die Musik Johann Sebastian Bachs oder widmen sich radikalen Klangexperimenten und non-algorithmischen Klängen.

Ihr neuestes Projekt ist eine Zeitreise zu den Klängen der Kindheit, in der ihre Erinnerungen zu sinnlich erfahrbaren Klanglandschaften werden – zwischen Rembetiko, Blues und Elektro.

MU 無 (seit 2019)

Hubls Soloprojekt, bei dem sich auch Gastmusiker*innen beteiligen. An dem Album „Moon Dance“ sind unter anderem Rupert Volz (Vocals, Harmonium), Paul Amrod (Piano), Klaus Bru, London (C-Melodie-Sax) sowie Sandip Chatterjee, Kalkutta (Santoor) und Mehrzad Azamikia, Isfahan (Kemençe) involviert.

Weitere Projekte: allgäu, Schäggi Bädsch, The DJ Hörspiel Ensemble, The Guerilla Bops sowie diverse Kollaborationen und Produktionen.

KOLLBORATIONEN

Durch das Zusammentreffen mit zahlreichen Musikerpersönlichkeiten der europäischen Rock-in-Opposition-Szene, der Krautrock-Szene und des unabhängigen Musikernetzwerks ‚Schneeball‘ eröffnen sich für Hubl immer wieder neue Horizonte. Dazu zählen Musiker wie Christian Burchard – Pionier und Spiritus Rector der sogenannten Weltmusik, Roman Bunka (Embryo), Mani Neumeier (Guru Guru), Uwe von Trotha (Checkpoint Charlie), Chris Karrer (Amon Düül II), Ferdinand Richard (Etron Fou Leloublan), Tim Hodgkinson (Henry Cow, K-Space) oder Nikel Pallat (Ton Steine Scherben).

Prägend ist auch die enge Zusammenarbeit mit Rupert Volz, Franz Dobler, Ludwig Schmid-Kemmeter, Yoruba‑Trommlern aus Nigeria, Hip‑Hop‑Künstlern aus den USA, Musikerinnen aus dem asiatischen, afrikanischen und arabischen Kulturraum, Underground‑Musikerinnen aus dem früheren Ostblock, der einzigartigen Iva Bittová, dem sudanesischen Sufi Mohamed Badawi, Indigenen Musiker*innen (Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams) aus Nordamerika, dem legendären südindischen Tavil‑Meister Paramashivam Pillai sowie der charismatischen, schamanischen Sängerin Stepanida Borisova aus Sibirien.

Studio, Label

1983 gründet er das „Tonstudio Glashütte“, den Musikverlag „Hubl Enterprises“ und zusammen mit H. J. Richter das Label „HEUTE music productions“. 1988 fusioniert er mit dem Konstanzer Tonstudio „Klang & Hammer“.

Konzerte mit indigenen Musiker*innen

Durch die enge Zusammenarbeit mit INDIGEN: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL ergeben sich immer wieder Ad-Hoc-Konzerte mit indigenen Musiker*innen aus USA und Kanada (Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams).

· Mit Native American Rapper Frank Waln und den Söhnen von Will Sampson (Einer flog über das Kuckucksnest) Samsoche und Lumhe Sampson (Hoop Dance).
· Mit den Native American Songwritern Raye Zaragoza, Kholan Studi (Los Angeles), Goodshield Aguilar (South Dakota).
· Mit der Native American Rockband SIHASIN. Mit Jones Benally (dance, voc), Jeneda Benally (bass, voc), Clayson Benally (drums, voc). Sänger Jones Benally (94), praktiziert seit über 50 Jahren auch als Medizinmann, war Rodeo-Reiter und Schauspieler, u.a. in Westernfilmen mit John Wayne. Jones war auch der Sänger bei Ry Cooder’s Soundtrack für den Film „Geronimo“.
· Mit dem Native American Lakota Sequoia Crosswhite aus South Dakota

 
The Guerilla Bops

2021: Soundcheck für ein Duokonzert mit Danny Exnar (The Guerilla Bops) im TOBS Biel, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Schweizer Bühnenverbands, mit besonderem Gast, dem Schweizer Bundespräsidenten Moritz Leuenberger.

TEACHING

Dozentur und Musikberatung
Von 2005 bis 2006 leitet Hubl Workshops als Dozent der Landesjugendbildung Baden-Württemberg. Als Musikberater betreut er die Initiative „ZukunftsMusiker“, ein Projekt von dm-drogeriemarkt, das Kindern einen spielerischen Zugang zur Musik eröffnet.

Vortrag Universität Jakutsk
2010 hält Hubl einen Vortrag an der Staatlichen Universität Jakutsk über die fundamentale Rolle von Musik für Menschen.

Pädagogisches Konzept
2007–2011 ist er am Aufbau der „Nihal European University“ im Sudan beteiligt und entwickelt ein pädagogisches Konzept für die musikalische Ausbildung von Straßenkindern.

TEDx Talk
2021 hält er einen TEDx Talk mit Dr. Mohamed Badawi zum Thema „Bridging Cultures through Music Interchange“.

 

Stahl Eisen

Hubl auf dem „Live in den Fabrikskes“-Festival in Südwestfalen 2013. Foto: Ralf Litera

PRESSE-AUSZÜGE

«…a devil-of-a-fellow and probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.»
Ear Magazine, New York

«Already climbing the World Music charts in Europe, it’s sure to become a classic in the experimental sub-genre. TranceSiberia breaks barriers most musicians wouldn’t even consider, let alone ponder. A must have.»
Folk-tales, Portland, USA

Kompetenter Spinner
Spiegel

Der wohl spannendste, zeitgenössischte und irritierenste Versuch in der Musik neue Wege zu gehen
Magazyn Muzyczny, Warschau

A lot of intelligence and energy in this group
Prachute, Chicago

… versorgt den breiten Arsch der Bürger mit Pfeffer.
Radio Spazio Uno, Neapel

… exotic rhythms and a sense of twisted, tongue-in-kitsch
Artemy Troitsky, Moscow Times

Eine der interessantesten neuen Bands dieser Zeit
Jazz Magazin, Paris

O sucesso mais irritante
UH Revista, Rio de Janeiro

Sehnsucht und Schmelz und eine durchgeknallte paranoische Überzeugungskraft die alle Sicherheit der bekannten Form zersetzt und Raum schafft für die große Ungewißheit.
Zeit

Geniale Geistes–Globetrotter
Jazzthetik

Eine großartige Band
Ernst Jandl

THE BLECH are frontrunners with respect to the sounds of the future.
Hitoshi Gotoh, Tokyo