„Christof Dienz wird als Genie auf der Zither in die Annalen der Musik eingehen“ CONCERTO 2006
Album: Dienz Zithered (GECO, 2006)
Christof Dienz mit Zither und Laptop
DIENZ ZITHERED
Produzent: Hubl Greiner
Der Wiener Komponist und Fagottist Christof Dienz entdeckt ein altes Volksmusik-Instrument – die Zither. Mit neuen Spieltechniken schreitet er in eine neue musikalische Dimension und entlockt dem Instrument ungeahnte Sounds.
Wie ist das Projekt enstanden? – klicke hier!
Die Zither kennen viele durch den ikonischen Soundtrack von „Der Dritte Mann“ mit Orson Welles. Auf dem Doppelalbum DIENZ ZITHERED wird jenes Instrument in eine völlig neue Klangwelt entführt.
Als Christof Dienz 2002 von den Klangspuren Schwaz einen Kompositionsauftrag für Zither erhält, hat er keinerlei Spielerfahrung mit dem Instrument. Er nähert sich der Zither spielerisch – wie ein Kind, das eine neue Welt entdeckt – und entwickelt daraus eine eigene musikalische Sprache, die die klanglichen Möglichkeiten des Instruments weit über seine traditionellen Grenzen hinaus erweitert.
Für seine Kompositionen verwendet er einen Looper. Er nimmt Tonsequenzen auf, die per Knopfdruck als Endlosschleife wiedergegeben werden. Darüber legt er weitere Schichten, aus denen nach und nach komplexe Klangwelten entstehen. Die Uraufführung sollte ursprünglich ein klassisch ausgebildeter Zither-Solist spielen, der mit der Technik jedoch nicht zurechtkam – das Konzert musste abgebrochen werden. Christof entschied sich daraufhin, das Projekt künftig selber auf die Bühne zu bringen.
2004 ruft er mich an, ob ich ein Doppelalbum für sein Zither-Projekt produzieren möchte. Zwei Monate später kommt er nach Konstanz, wo wir die Zitheraufnahmen in meinem Wohnzimmer realisieren.
Die Aufnahmen hatte ich 2006 für einen Pressetext wie folgt beschrieben:
Zwei Typen sitzen tagelang in einem Zimmer, dicht gedrängt an einem Tisch. Es wird gegessen, getrunken, geschlafen, gehirnt, gehört, debattiert. Es wird gepupst, geschwitzt und ausgedünstet – keiner kann der Nähe entkommen.
Der eine verharrt regungslos, völlig in sich gekehrt. Sein Kopf ist gesenkt, als säße sein Bewusstsein im Gehörgang. Jeder Klang, der durch den Raum schwirrt, wird von ihm aufgesogen, zerlegt und durch das Trommelfell in seine Wahrnehmung geschleust. Groovt der Loop? Ist die Büroklammer zu laut? Stimmt das Tuning?
Jenseits dieser introvertierten Welt agiert der andere – fokussiert, sein Equipment im Visier. Er stellt Verbindungen her, pegelt Mikrofone ein, prüft Möglichkeiten. Der ganze Kerl, angespannt wie ein Brett von Kopf bis Fuß. Er atmet tief durch, bevor er beginnt, den ersten Track aufzunehmen. Dann, aus einer kurzen Stille heraus, schwingen Zitherfetzen durch den Raum, die gleich wieder in der zeitlosen Weite verschwinden. Immer wieder! Immer wieder! Ein leichtes Lächeln huscht über sein Gesicht, während Hunde in der Ferne bellen.
Genau so war das!
Auf der ersten CD des Doppelalbums hört man Klänge, die eher an elektronische Instrumente erinnern – doch jeder Ton stammt von der Zither. Christof erzeugt die Sounds mit Büroklammern, Holzstäben, Stimmgabeln, Filzklöppeln, Gitarrenverstärkern, Plektren und anderen Gegenständen – seine Spieltechnik unterscheidet sich dabei grundlegend von herkömmlichen Methoden.
Für die zweite CD schicken wir das Ausgangsmaterial an Musiker aus ganz Europa und bitten sie, ihre eigenen Remixe zu erstellen – darunter DJ DSL (G-Stone), Rupert Huber (Tosca), CayTaylan (Couch Records), Louis2000, MFloyd, Martin Brandlmayr (Radian), Christian Martinek (Musikpark), Luigi Archetti, Bo Wiget und Johannes Strobl (Paloma, Berlin). Auch ich habe einen Remix beigesteuert.
AWARDS
Pasticcio Preis für die herausragendste CD-Produktion (ORF 2005)
FM4 Soundselection
Platz 8 der SPEX-Charts
Emil-Berlanda-Preis
Rob da Bank Show – BBC London
Nominierung für Amadeus / FM4 Alternativ Award 2006
u.a.
PRESSE (Auszüge)
„Er wird als Genie auf der Zither in die Annalen der Musik eingehen, und ohne ihn wird kein Lexikon mehr auskommen“. CONCERTO, 2006
Unser Tipp: unbedingt reinhören! – Vielleicht ist es gerade das, wonach Sie so lange gesucht, das zu erdenken Sie aber nie gewagt haben? Musiktipp – OneWorld.at
Wüßte man nicht, daß Christof Dienz aus Österreich stammt, man müßte glauben, er käme aus einer anderen Galaxie. Denn was der Musiker mit einer Zither macht, das grenzt an Wahnsinn. Das Magazin, Berlin
Eine spannende Angelegenheit De:Bug
Mit diesem Album erweitert Christof Dienz die musikalischen Grenzen und schafft wohl eine der ungewöhnlichsten Klangwelten der modernen Musik. CONCERTO
DIENZ ZITHERED
Label: GECO, Wien 2006
CD 1 – PURE ZITHER
Christoph Dienz: Zither
CD 2 – ZITHER REMIXED
Musiker remixen die originalen Zitheraufnahmen.
DIENZ ZITHERED – LIVE
Klangspuren Schwaz, Zeitzone Wiener Festwochen, Rhiz and Chelsea, Vienna, Stadtwerkstatt Linz, SXSW, Austin, TX, Knitting Factory NYC, Tonic NYC, Tacheles Berlin (Popkomm05), Tourneen in Spanien, Portugal, UK, Amerika, Deutschland (mit Asian Dub Foundation), Benelux
Konzert von Christof Dienz im Teatro María Greever / FIAC Mexiko 2007
Christof Dienz
Christof Dienz, ein klassisch ausgebildeter Musiker aus Tirol, hat eine vielseitige Karriere hinter sich. Als Bandleader der Knoedel tourte er um die Welt, als Fagottist spielte er an der Wiener Staatsoper. Seine Kompositionen wurden von renomierten Ensembles auf internationalen Festivals aufgeführt: Klangforum Wien, ORF Radio-Symphonieorchester Wien – Klangspuren Schwaz, Transart Bolzano, Steirischer Herbst, Tiroler Festspiele, Arena Festival Riga, Moers Festival, Mimi Festival, Jazzfestival Saalfelden, Jazzfest Vienna, Popkomm Berlin, Midem Cannes u.v.a. Von 2023 bis 2025 war er der künstlerische Leiter der „Klangspuren Schwaz“ in Tirol. Er musizierte mit Marc Ribot, Zeena Parkins, Terry Bozzio, Miriam Makeba, Jim Black, Wolfgang Puschnig, Lukas Ligeti, Manu Delago, Lorenz Raab u.v.a.
Das „Zithered“-Projekt führte Christof nach London, New York, Barcelona, Lissabon oder Mexiko City und brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen ein. 2011 lässt er sich eine E-Zither bauen, die über Pickups verstärkt werden kann, seitdem bestimmt die Zither einen großen Teil seines musikalischen Lebens.