Drone-Trance-Jazz
Rupert Volz / Hubl Greiner (ex-THE BLECH)

Als kulturelle Botschafter haben die beiden das Publikum bereits vor 20 Jahren weltweit in ihre musikalischen Klangwelten entführt. Ausgedehnte Tourneen führten sie durch Nord- und Südamerika, Russland, Japan und Ost- und Westeuropa. Mit THE BLECH präsentierten sie neben ihren Tonträgern ebenso radikale Videoclips und skrupellose Live-Shows. Die Wucht, mit der sie ihre Überzeugung über die Rampe auf das Publikum schleuderten, war hypnotisch, irritierend und erotisch zugleich.

Hubl und Rupert

Heute klingt ihre Musik wie eine Jam-Session von Biospheres, John Cage und Don Cherry. Ihr Soundtrack wirkt wie ein intergalaktisches Roadmovie, das im Kopf der Zuhörenden abläuft und Raum und Zeit überwinden möchte. Ruhige, pulsierende, atmende Sounds – unaufgeregt, langsam und dennoch spannend.

Ihr neues Album ist ein fast minimalistisches Werk, das mit wenigen melodisch-harmonischen Elementen, dafür aber mit farb- und kontrastreichen Atmosphären aufgenommen wurde. Ihre Musik lebt von der Entschleunigung und vom stetigen Wechsel von Spannung und Entspannung.

Während Hubl Greiner mit seinem akustischen und elektronischen Instrumentarium beeindruckende Klangwände kreiert, erinnert der Gesang von Rupert Volz an die ritualisierten Gesänge tibetanischer Mönche und öffnet dem überraschten Zuhörer Ohren und Sinne.

Die schöpferische Kraft der Beiden entfaltet sich im Augenblick des Spielens – jedes Stück ist einmalig – und wie bei THE BLECH steht die expressive Authentizität des Ausdruck vor dem reinen Schönklang…

In seinen Lautgedichten führt Volz die Sprache an ihre Grenzen in jene Bereiche, in denen Bedeutung langsam in Musik übergeht, und meist nutzt er seine Stimme als reines Klanginstrument.

Das immense Klanguniversum der beiden Musiker schafft mit seinen Klängen und Grooves einen Raum des achtsamen Hörens – einen Raum für die Langsamkeit und überraschende Klangerfahrungen.

RUPERT VOLZ

Bereits als 4-jähriger gerät Rupert Volz in den Bann der Musik. Er sang schon früh in einem Knabenchor und spielte Gitarre und Trompete in der elterlichen Gastwirtschaft. Nach einer Lehre als Steinmetz und Steinbildhauer gründet er zusammen mit Hubl Greiner die Kult-Band „THE BLECH“, mit der beide 15 Jahre lang rund um den Globus spielen.

Zur selben Zeit befreit sich Volz von den populären Musikgenres und arbeitet intensiv mit Musikern aus verschiedenen musikalischen Kulturen, darunter türkische, arabische, südamerikanische und afrikanische Spieler. Zudem erforscht er spirituelle und heilende Aspekte in der Musik, wie sie die tibetischen und japanischen Mönche oder die sibirischen Schamanen praktizieren.

Rupert Volz‘ Stärken liegen in der vitalen Verkörperung des musikalischen Konzeptes und im spontanen Ausdruck. Seine stimmlichen Kapriolen und sein unverwechselbarer Obertongesang versetzten selbst Uninteressierte in rätselloses Erstaunen.

HUBL GREINER

Hubl Greiner ist ein musikalischer Grenzgänger, der sich mit Lust über den Abgrund beugt und manchmal auch weiter. Er hat sich über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen als unkonventioneller, innovativer und experimentierfreudiger Musiker, Komponist, Filmemacher und Fotograf gemacht.

„…a devil-of-a-fellow and probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.“ Ear Magazine New York

Hubls musikalische Laufbahn führt ihn u.a. zusammen mit Yoruba-Trommlern aus Nigeria, nordamerikanischen Indianern (vom Stamm der Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams), türkischen und kurdischen Musikern, dem legendären südindischen Tavil-Meister Paramashivam, der ebenso legendären schamanistischen Sängerin Stepanida Borisova aus Sibirien, Underground-Musikern aus dem früheren Ostblock, Sufi-Musikern aus dem Sudan oder Jazzmusikern aus New York.

Hubl erhält internationale Auszeichnungen und tourt als Musiker durch West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Kanada, Japan, Sakha/Sibirien, Russland, Sudan, Ägypten, Libanon, Kuba, Island, Estland. Er wirkt bei ca. 65 CDs als Musiker, Komponist und Produzent mit und veröffentlicht 7 Dokumentarfilme als Regisseur.

„Wenn du eine Liebe zur Musik in dir spürst, dann gibt es keine Grenzen“.

MU 無

MU ist ein Begriff, der in der japanischen Philosophie für die Leere des Geistes steht. Im Zustand MU wird versucht, den Geist von Gedanken und Emotionen zu leeren. Ist der Geist voll mit Gedanken, so kann er nichts weiter aufnehmen.

Priester Jōshū stellte einem Mönch folgende Frage: Hat ein Hund Buddha-Natur? Jōshū antwortete: Mu. Wenn man alle Standpunkte in Betracht zieht, schließt sich keine Möglichkeit aus.