MU 無 [ Drone-Jazz ]

Bereits mit ihrer Band THE BLECH hatten Hubl Greiner und Rupert Volz als kulturelle Botschafter das Publikum weltweit in ihre musikalischen Klangwelten entführt. Jetzt, 20 Jahre später arbeiten die Beiden erneut an einem gemeinsamen Projekt.

Unter dem Namen MU 無 wagen sie sich weit hinein in den Bereich der Ambientmusik – wenn man denn ein Prädikat anheften möchte, das ungefähr das ausdrückt, was sie in ihrem Klanglabor fabrizieren – eine ruhige Musik, bei der es um das Sichzeitlassen, um das Finden des eigenen Klangs geht.

Hubl und Rupert

Ausgangspunkt waren 60 Soundtracks, die Hubl Greiner Anfang 2018 bei seinem Rückzug ins Studio kreiert hatte. In diesen Tracks spielt er mit der gewohnten zeitlichen Wahrnehmung. Er reduziert die dynamischen Energien auf ein Minimum und komponiert dabei eine Musik, die sich leise entwickelt oder lange an einem Ort verweilt.

„Ich brauche Abstand zu den ganzen Wichtigtuern, den sich zerfleischenden Menschen, den Leistungsideologen, den Konsumisten, den politischen Schreihälsen und diese Musik hilft mir dabei.“ Man kann dies durchaus als politisches Statement auffassen.

Rupert Volz erforschte in den letzten 15 Jahren spirituelle und heilende Aspekte in der Musik. Volz singt mit den Ohren eines Neugeborenen – ohne sinntragende Worte – mit abstrakten Lautmalereien, welche die Sprache an ihre Grenzen in einen Bereich führen, in dem Bedeutung in Musik übergeht, die Stimme zum reinen Klanginstrument wird.

Greiner und Volz haben für dieses Album außergewöhnliche Musiker eingeladen, Paul Amrod aus NYC, den Thomas Maos aus Tübingen, Sandip Chatterjee aus Kolkata, Mehrzad Azamikia aus Isfahan, Helmut Bieler-Wendt aus Regensburg, Klaus Bru aus London, Florian Schiertz aus Konstanz und Matthias Krüger aus Mainz.

Alle Musiker haben im Studio in dem Moment, als sie die Soundtracks zum ersten Mal hörten, frei darüber improvisiert. Jeweils der erste aufgenommene Take wurde verwendet, es gab keine Wiederholungen – keine Spuren, die hinterher zusätzlich dazuzumischt wurden oder an den Ergebnissen herumgeschnitten wurden. Lediglich bei der improvisierten Stimme von Rupert Volz wurde gelegentlich mit einer 2ten Stimme experimentiert.

Hubl Greiner – Gongs, Sampling, Kontrabass, Electonics, Field Recording
Rupert Volz – Gesang, Harmonium
Paul Amrod – Piano
Thomas Maos, E-Gitarre, Dobro
Sandip Chatterjee – Santoor
Mehrzad Azamikia – Kemençe
Helmut Bieler-Wendt – Geige
Klaus Bru – Saxofon
Florian Schiertz – Tabla
Matthias Krüger – Kontrabass

RUPERT VOLZ

Bereits als 4-jähriger gerät Rupert Volz in den Bann der Musik. Er sang schon früh in einem Knabenchor und spielte Gitarre und Trompete in der elterlichen Gastwirtschaft. Nach einer Lehre als Steinmetz und Steinbildhauer gründet er zusammen mit Hubl Greiner die Kult-Band „THE BLECH“, mit der beide 15 Jahre lang rund um den Globus spielen.

Zur selben Zeit befreit sich Volz von den populären Musikgenres und arbeitet intensiv mit Musikern aus verschiedenen musikalischen Kulturen, darunter türkische, arabische, südamerikanische und afrikanische Spieler. Zudem erforscht er spirituelle und heilende Aspekte in der Musik, wie sie die tibetischen und japanischen Mönche oder die sibirischen Schamanen praktizieren.

Rupert Volz‘ Stärken liegen in der vitalen Verkörperung des musikalischen Konzeptes und im spontanen Ausdruck. Seine stimmlichen Kapriolen und sein unverwechselbarer Obertongesang versetzten selbst Uninteressierte in rätselloses Erstaunen.

HUBL GREINER

Hubl Greiner ist ein musikalischer Grenzgänger, der sich mit Lust über den Abgrund beugt und manchmal auch weiter. Er hat sich über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen als unkonventioneller, innovativer und experimentierfreudiger Musiker, Komponist, Filmemacher und Fotograf gemacht.

„…a devil-of-a-fellow and probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.“ Ear Magazine New York

Hubls musikalische Laufbahn führt ihn u.a. zusammen mit Yoruba-Trommlern aus Nigeria, nordamerikanischen Indianern (vom Stamm der Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams), türkischen und kurdischen Musikern, dem legendären südindischen Tavil-Meister Paramashivam, der ebenso legendären schamanistischen Sängerin Stepanida Borisova aus Sibirien, Underground-Musikern aus dem früheren Ostblock, Sufi-Musikern aus dem Sudan oder Jazzmusikern aus New York.

Hubl erhält internationale Auszeichnungen und tourt als Musiker durch West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Kanada, Japan, Sakha/Sibirien, Russland, Sudan, Ägypten, Libanon, Kuba, Island, Estland. Er wirkt bei ca. 65 CDs als Musiker, Komponist und Produzent mit und veröffentlicht 7 Dokumentarfilme als Regisseur.

MU 無

MU ist ein Begriff, der in der japanischen Philosophie für die Leere des Geistes steht. Im Zustand MU wird versucht, den Geist von Gedanken und Emotionen zu leeren. Ist der Geist voll mit Gedanken, so kann er nichts weiter aufnehmen.

Priester Jōshū stellte einem Mönch folgende Frage: Hat ein Hund Buddha-Natur? Jōshū antwortete: Mu. Wenn man alle Standpunkte in Betracht zieht, schließt sich keine Möglichkeit aus.