Album Produktion mit dem indigenen Sequoia Crosswhite
Bereits 2012 fragte mich Norb Malq, ob ich Sequoia Crosswhite bei einem Konzert in Konstanz unterstützen möchte. Ich sagte zu, nach zwei Stunden Probe ging es auf die Bühne. Im Herbst 2025 meldete sich Sequoia erneut und fragte mich, ob ich sein neues Album produzieren wolle. Ende Dezember begannen wir mit den ersten Aufnahmen.
Sequoia ist Musiker, Künstler und Geschichtenerzähler aus South Dakota – und Kulturvermittler der Lakota (Cheyenne River Sioux). Er wuchs in Rapid City auf und verbindet in seiner Arbeit traditionelle Klänge und Geschichten seines Volkes mit zeitgenössischen Musikformen wie Hip-Hop, Rock, Funk und experimentellen Genres.
Seine künstlerische Praxis ist eine moderne Form der Weitergabe indigener Geschichte, Spiritualität und Identität, die bis zu seinen Vorfahren – darunter Chief War Eagle – zurückreicht.
Sequoia arbeitet auch als Tourguide in den Black Hills und vermittelt dort die über 10.000 Jahre alte indigene Kultur der Region. Es geht ihm dabei um Bildung, mündliche Überlieferung und persönliche Begegnung.
Seine helle Hautfarbe hat sowohl bei den Wasicu als auch bei den Lakota immer wieder zu Zweifeln an seiner Zugehörigkeit geführt. In seiner Jugend wurde er sogar von einem Familienmitglied kritisiert, weil er sich für Frieden einsetzte – sein Mangel an Wut und Aggression galt als Zeichen von Anpassung oder Verrat. In dieser Zeit suchte er Halt in einer Gang, die ihm Akzeptanz und ein Gefühl von Zugehörigkeit gab. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt und ihm geholfen, seine Identität zu finden und zu festigen.
Sequoia zeigt mit seiner Musik, seinen Geschichten und seiner Art zu vermitteln, dass indigene Kultur lebendig bleiben kann – ohne festzuhalten, ohne zu erklären, einfach durch das, was er tut.
Ende März 2026 treffen wir uns erneut – darauf freu ich mich schon jetzt!
