Fotos: Holger Edmaier, 2018

Frau Bach – Drones, Jazz-Zitate und rauchende Colts

Silvia Pfändner – GESANG, SCHAUSPIEL,
Thomas Maos – GITARRE, ELEKTRONIK
Hubl Greiner – GONGS, SCHLAGWERK, LAPTOP

E- oder U-? Der Mensch ist ein Cluster-Wesen und Musik ist nicht in Schubladen abzulegen.

Die Mission: schauen, was dahinter steckt, wenn das ganze Leben Musik wird – jeder Klang – jedes Geräusch – das Plätschern des Regens – das Rattern der Maschinen – Stimmen – Musikinstrumente.

Zu den Waffen, auf in den Kampf gegen die Kontinuitäten! heißt es bei Frau Bach – Grenzen sprengen und Regeln brechen.

Man hört Gitarrenklänge, Gesangsfetzen, Jazzimprovisationen, Neben- und Störgeräusche, Anleihen aus der Neuen Musik, Technorhythmen – einiges davon klingt vertraut, anderes verstörend, eigenwillig, fremd. Frau Bach gehört zu den Protagonisten im Zeitalter der musikalischen „Entkategorisierung“. Die Quertreiber kommen mit einem Sack voller Instrumente – Gitarren, Echogeräte, Verzerrer, Stimme, Vocoder, Gongs, Waterphone, Schlagzeug, Schulglocken, Klangschalen, Computer etc.

Frau Bach lieben verirrte Klänge, die sich kurz an die Cocktailbar setzen, um einen zu trinken. Frau Bach sind Paradiesvögel auf der Durchreise. Die Band nimmt eine Nelke aus dem Knopfloch und während sie sie überreicht, wird daraus ein bunter Blumenstrauß.

Sie nennen ihre Musik nicht ohne Grund „Frau Bach Music“.

„Hi – ich bin Morgan Hall, der Trekführer. Nicht viel los hier, was? Kein Wunder, denn die anderen sind schon alle unterwegs – auf der großen Fahrt ins Unbekannte. Schließt euch einfach an!“

Silvia Pfändner

Silvia Pfändner hat im Anschluss an ihr klassisches Gesangsstudium durch die freie Improvisation ihr Stimmspektrum erweitert. Für sie steht vor allem die Wahrheit und nicht nur die Schönheit eines Klanges im Vordergrund. Neben der Interpretation von Kompositionen in den Bereichen Chanson und Neue Musik steht im Rahmen von experimentellen, oft interdisziplinären Improvisationskonzerten auf der Bühne.

Töne, Geräusche und Sprachfragmente sind die Klangmöglichkeiten, die sie für ihren vokalen Ausdruck gebraucht. Hinzu kommt die Stimmverfremdung durch den Einsatz von verschiedenen Gesangs- und Gitarreneffektgeräten.

Thomas Maos

Thomas Maos ist ein deutsch-zypriotischer Gitarrist, Performer, Experimentalmusiker und Komponist.

Von 1995 – 2000 leitete er die Werkstattbühne NIET (New Improviser Ensemble Tübingen) im Tübinger Club Voltaire mit internationalen Gästen aus der frei improvisierten Musik. Parallel dazu gründete er mit dem Singer-Songwriter Paco Steinmann die Rockband DEAD POETS. In den folgenden Jahren bewegte sich Maos vermehrt in unterschiedlich projektorientierter Arbeit zwischen E- und U-Musik. 1999 gründete Thomas Maos zusammen mit dem Cellisten und Medienkünstler Fried Dähn das internationale Festival Creative Arts and Music Project (CAMP).

Neben zahlreichen Soloauftritten arbeitet Maos mit Musikern wie Elliott Sharp, Saadet Türköz, Joseph Klammer oder Mark Kysela sowie Schauspielern, Bildenden Künstlern, Visual Artists und Tänzern zusammen. 2013 tritt Maos mit der Formation BRAINS bei der Zappanale auf. Seit 2015 ist er Gitarrist und Arrangeur der Band Lucie M. und das Tribunal des Escargots, die 2017 ihr Debütalbum Kreuzweise herausbrachte.

Hubl Greiner

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Hubl Greiner ist ein musikalischer Grenzgänger, der sich mit Lust über den Abgrund beugt und manchmal auch weiter. Er hat sich über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen als unkonventioneller, innovativer und experimentierfreudiger Musiker, Komponist, Filmemacher und Fotograf gemacht.

„…a devil-of-a-fellow and probably one of the most creative producers and musicians in his profession in Europe.“ Ear Magazine New York

Hubls musikalische Laufbahn führt ihn u.a. zusammen mit Yoruba-Trommlern aus Nigeria, nordamerikanischen Indianern (vom Stamm der Navajos, Northern Tutchones, Lakotas, Cherokees und O’odhams), türkischen und kurdischen Musikern, dem legendären südindischen Tavil-Meister Paramashivam, der ebenso legendären schamanistischen Sängerin Stepanida Borisova aus Sibirien, Underground-Musikern aus dem früheren Ostblock, Sufi-Musikern aus dem Sudan oder Jazzmusikern aus New York.

Hubl erhält internationale Auszeichnungen und tourt als Musiker durch West- und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Kanada, Japan, Sakha/Sibirien, Russland, Sudan, Ägypten, Libanon, Kuba, Island, Estland. Er wirkt bei ca. 65 CDs als Musiker, Komponist und Produzent mit und veröffentlicht 7 Dokumentarfilme als Regisseur.

„Musikalisch gesehen, gibt es keine Grenzen“.